Bin ich nun linksextrem oder rechtsextrem, oder wie_
Bin ich nun linksextrem oder rechtsextrem, oder wie_
Datum: 14.04.2014, 14:47
Jetzt, wo ich gegen die Missachtung des Elternrechts durch eine sexualisierte Reform des baden-württembergischen Bildungsplans demonstriere, werde ich durch die Medien in die konservativ-christlich-fundamentalistische, oder gar in die rechtsextreme Ecke gesteckt.
Ja was denn nun? Bin ich nun linksextrem oder rechtsextrem oder wie?
Die Motivation für mein demokratisches Engagement gibt mir weder eine grüne, noch eine fundamentalistische, noch eine nationalistische Haltung, sondern ganz allein und ausschließlich mein eigener Verstand, meine Vernunft, und vor allem meine Lebenserfahrung. Geboren in ein nationalsozialistisches Deutschland, aufgewachsen in einer jungen Demokratie, ein Leben lang gedient unter bundespolitischen Flaggen aller Couleur sehe ich mich heute an den Pranger gestellt, wenn ich mich unideologisch für oder gegen die Parteien, aber entsprechend meines mir selbst erworbenen Wertmaßstabs engagiere.
Aber, so lerne ich, so was geht gar nicht! Denn entweder ist man für grün oder gegen grün, für rot oder gegen rot, für schwarz oder gegen schwarz. Basta! Entweder man ist g e g e n Stuttgart 21, dann muss man auch f ü r den neuen Bildungsplan sein, so hirnrissig dieser auch sein mag. Oder man ist f ü r ein Milliardengrab Stuttgart 21, dann muss man auch g e g e n den neuen Bildungsplan sein. Hauptsache, man passt in eine simple Schablone: entweder links oder rechts, schwarz oder weiß, gut oder böse. Zum Beispiel ist für einige Medien, also etwa für den SWR, die Welt erst dann in Ordnung, wenn es klare Lagerzuweisungen gibt, hier die guten Grünen und dort die bösen Konservativen. Dann erübrigt es sich auch, die Bevölkerung sachlich zu informieren. Dann braucht man sich die gegnerischen Argumente gar nicht erst anzuhören, geschweige sie zu bedenken. Dann geht es plakativ nur noch um Sieger und Verlierer.
Wenn wir damit aufhörten, Menschen in farbige Schubladen zu stecken, und damit begännen, verschiedene Meinungen zu Sachfragen zu respektieren, dann käme es endlich zu Auseinandersetzungen anhand von Sachargumenten. Dann wäre auch kein Platz für Vorurteile, Verleumdungen, Unterstellungen.
Ist es nicht an der Zeit, sich Gedanken zu machen über den Zustand unserer Demokratie? Ist es nicht an der Zeit, sich vom Lagerdenken zu verabschieden und dem Bürger, seiner Lebenserfahrung und seinem Urteilsvermögen zu trauen?
Beitrag erschien auch auf: familiengerechtigkeit-rv.de
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