Asyltourismus? - Ja, Asyl-Tourismus!

Die Akteure auf den Handlungsfeldern der Willkommenskultur laufen Amok. Denn ihren Opponenten ist etwas geglückt, wofür sie glaubten, einen Alleinvertretungsanspruch reklamieren zu können: Die Konstruktion von Bedeutung durch Worte.

Veröffentlicht:
von

»Willkommenskultur« ist so ein Wort. Es suggeriert einen wohligen Teppich aus den beiden kuschelig, wohlig geformten, guten Wörtern »Kultur« und »Willkommen«. Wer hat schon etwas gegen Kultur? Wer etwas gegen ein herzliches Willkommen? Wer sich dagegen ausspricht, sitzt schon auf der schlechteren Seite.

Diese Konstruktion von Begriffen ist eine ganz besondere Spezialität der in die Medien durchmarschierten Kopfarbeiter der Linken von 68. Das ist geradezu ihre Profession: Die Konstruktion neuer, inhaltsleerer Begriffe. Sie verdienen ihr Geld mit diesem Geschäft, so wie andere mit ihrem Geschlecht. Denn nichts anderes sind diese Begriffe: Fake-Wörter für Inhalte, die nicht existieren. Reine Propagandabegriffe, geschaffen von Nutten des - nein, nicht des Geistes -, sondern des Wortes.

Doch nun fällt diese Methode auf sie zurück. Oder besser: Der Gegenseite ist ein Konter gelungen. Sie hat mit der Rede vom Asyltourismus gleichfalls ein Wort in Umlauf gebracht, das eingängig ist und zielgenau trifft; außerdem schlüpft es jedem linken Staatsanwalt durch die ausgelegten Staatssicherheitsnetze. Nichts am Asyltourismus wird für eine Anklage wegen Volksverhetzung hinreichend sein.

Der Vergleich mit zwei anderen möglichen Wörtern macht das deutlich: Da wäre die Rede von den Rettungsbooten und ihren Besatzungen als »Schlepper«. Eine gängige, abwertende Bezeichnung wird auf die selbsternannten Helfer gemünzt. Doch das Wort ist zu kompliziert. Es bedarf einer Erklärung, um den Übergang vom Schlepper, der Schwarze bis zur Mittelmeerküste bugsiert, zum Schlepper, der den Rest der Strecke erledigt und der Hilfsindustrie neuen menschlichen Rohstoff beschafft. Die im Mittelmeer treibenden Neger sind ersichtlich in einer anderen Lage als die Neger auf der Fahrt durch die Sahara. Wer im Wasser treibt, ist in einer für uns verständlichen Not; die Not in der Wüste ist uns allenfalls aus Filmen bekannt. Ertrinken steht gegen den Mangel an Wasser - und den kennen wir kaum.

Ein anderes Wort, die »Negerfähre«, hat eine Prise zu viel genüsslichen Spottes. Neger ist seit längerem auf dem Index. Wer es benutzt, hat sich - um in der Sprache des Fußballs zu bleiben - bereits ins Abseits gestellt. In den rechten Zirkel ist das Wort richtig. Aber ihm wird niemals der Weg in den Volksmund gelingen. Es schmeckt einfach nicht.

Aber »Asyltourismus«  ist schlichtweg genial. Mit den beiden Begriffe »Asyl« und »Tourismus« verbindet der Durchschnittsbürger nur gutes. Hier der Verbleib in einem Heim, in dem er von morgens bis abends bedient wird; dort der auch noch politisch konnotierte Begriff des »Asyls«. Sofort erscheinen vor den inneren Augen Flüchtlinge, die von Nazis verfolgt sind und um die man sich kümmert, die man rettet. Beides zusammen, »Asyl«-»Tourismus«, steht eigentlich für das Land, in dem man gut und gerne lebt.

Und diese beiden gutdeutschen Begriffe schlagen in ihr Gegenteil um, sobald man sie miteinander verbindet. Was für eine dialektische Volte. Daher muss, wer das tut, ein Bösewicht sein, ein besonders böser sogar; denn er ist intelligent. Er macht in schwieriger Lage, was den Huren der Medien allenfalls aus einer Position der Stärke gelingt: Er hat den öffentlichen Raum mit einem neuen Wort auf und an sich gezogen. Dass »Tourismus« zudem für Linke für Ausbeutung touristisch interessanter Weltgegenden steht, macht es rund. Denn nun erscheinen die Asylsuchenden auch noch als jene, die als Ausbeuter einer heimischen Bevölkerung kommen.

Dass ihm, dem »Asyltourismus«, das Stück gelang, hat aber einen einfachen Grund. Denn natürlich haben die Medien den Begriff nicht verbreitet. Sie hätten ihn am liebsten mit auf den Index gesetzt und versuchen es gerade. »Asyltourismus« hat es deshalb nach oben geschafft, weil es, anders als die Willkommenskultur, eine verleugnete Wahrheit bezeichnet. Denn wer in ein anderes Land fährt, um dort dem Alltag im eigenen Land zu entgehen, der benimmt sich exakt wie ein Tourist. Die Einheimischen machen die Arbeit und er, der Asylsuchende, ruht sich aus. Das hat mittlerweile durchaus die Mehrheit der Deutschen verstanden. Und nur wer die Medien und Aufmärsche der Gutmenschen für einen Ausdruck der Volksmeinung hält, will das nicht sehen; er hätte auch von Aktueller Kamera und Fackelzügen der Sozis geglaubt, hinter ihnen stünde das Volk.

Und dass kaum einer der Übersetzenden politisch verfolgt ist - das belegen die niedrigen Anerkennungsquoten der Ämter.

Asyltourismus beschreibt exakt die herrschende Lage. Deshalb beginnt jetzt eine Kampagne der amtlichen und halbamtlichen Medienpriester. Wissen sie nicht, dass es zu spät ist? Ein einmal ins Freie gelassenen Wort, lässt sich nicht mehr verbieten. Nicht, wenn die Realitäten bekannt sind. Wenn das Offenbare so offenbar ist. Die »Frontbegradigung« war ab 1944 immer ein Rückzug. Das wussten die Hörer am Volksempfänger. Und ein »Asyltourist« ist eben mittlerweile immer einer, der auf Sozialhilfe aus ist. Das wissen die Zuschauer von »Tagesschau« und »Tagesthemen«. Und in den wenigen Fällen, in denen das nicht stimmt, entpuppt sich der Tourist womöglich als Terroristen.

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Duffy

@ Max Moritz: stimmt, genauso wie das "Bürgerlied" und "trotz alledem" (Hannes Wader). Theodor Kramer war ein österreichischer Jude, der später in London Asyl fand.

Gravatar: Max Moritz

@ Duffy

Wunderschön, damals in den '80ern von Zupfgeigenhansel vertont, stimmts? Ich habe die Melodie leise mitgesummt, es war eine Zeit da galt deutsche Folk-Musik als links-grün-modern , heute gilt man beim gleichen Lied als reaktionär , dumpfdeutsch und ausgrenzend wenn man die Liebe zu den heimatlichen Wurzeln besingt und hoch hält.
MM

Gravatar: Spötter

@ Jochen: sind Sie in der Lage, A-S-Y-L oder H-E-I-M-A-T zu buchstabieren? À propos buchstabieren: es heißt Stabreim.

Gravatar: Jochen

Mehrere Universitäten haben den Autor gerade dieses Jahr gefeuert, weil seine Perspektive als rechtsrafikal bezeichnet wird - daher auch nur eine Mitglidschaft in der AfD.

Wie kann der Autor bei dieser Sachlage sich zu dieser Aussage versteifen: "Das hat mittlerweile durchaus die Mehrheit der Deutschen verstanden."

Das Gegenteil ist ja offensichtlich der Fall: alle seine Arbeitgeber feuern ihn aufgrund des allgemeinen Drucks.

Das wirft die Frage auf: ist jemand der mathematisch so unbegabt ist, nicht vielleicht doch aufgrund der mangelnden Qualifikation doch zu Recht von den Hochschulen gefeuert worden?

Nur eins kann ja stimmen: Entweder ist er ein nicht tragbarer Neofaschist oder eben zu dumm um an einer Uni zu unterrichten.

Ich hoffe, das wird nicht auch mit einem Gedicht aus Paar- und Staabreimen beantwortet und vom Autor dann als "Hinweisquelle" misinterpretiert.

Gravatar: Wolfgang Hebold

@duffy Danke für den Hinweis. Großartige, wehmütige Zeilen.

Gravatar: Duffy

Dazu das Gedicht von Theodor Kramer:
Andre, die das Land so sehr nicht liebten
War'n von Anfang an gewillt zu geh'n
Ihnen – manche sind schon fort – ist besser
Ich doch müsste mit dem eig'nen Messer
Meine Wurzeln aus der Erde dreh'n!

Keine Nacht hab' ich seither geschlafen
Und es ist mir mehr als weh zumut –
Viele Wochen sind seither verstrichen
Alle Kraft ist längst aus mir gewichen
Und ich fühl', dass ich daran verblut'!

Und doch müsst ich mich von hinnen heben –
Sei's auch nur zu bleiben, was ich war
Nimmer kann ich, wo ich bin, gedeihen
Draußen braucht ich wahrlich nicht zu schreien
Denn mein leises Wort war immer wahr!

Seiner wär ich wie in alten Tagen
Sicher; schluchzend wider mich gewandt
Hätt' ich Tag und Nacht mich nur zu heißen –
Mich samt meinen Wurzeln auszureißen
Und zu setzen in ein andres Land!

Andre, die das Land so sehr nicht liebten
War'n von Anfang an gewillt zu geh'n
Ihnen – manche sind schon fort – ist besser
Ich doch müsste mit dem eig'nen Messer
Meine Wurzeln aus der Erde dreh'n!

Gravatar: heiko

Ein Tourist fährt woanders hin um sich zu erholen, zahlt dafür und ist in der Regel wenig sensibel was die Zerstörung von Kultur und Natur im Zielgebiet anbelangt. Je billiger, umso besser, oft auf Kosten der Einheimischen, Wassermangel, andere Kultur oder gar Religion - egal, man hat ja bezahlt.
Wer vor Mord und Bomben flieht, wird irgendwann wieder in seine Heimat zurückkehren. Beispiel Balkan: eine ganze Generation, die vor dem Krieg geflüchtet war, spricht nun deutsch und bildet die Schicht, die etwas von Demokratie in Deutschland mitbekommen hat, eine Lehre oder ein Studiumabgeschlossen hat und die in Ländern wie Bosnien dringend gebraucht werden. Übrigens: deutsche Firmen lassen da zunehmend produzieren, von Holzprodukten bis zur Autoindustrie. Auch Länder wie Syrien werden einmal wichtige Wirtschaftspartner von Deutschland werden, da alles wieder aufgebaut werden muß. Ich habe ne Menge anständiger Syrer getroffen, an deren Stelle wäre ich auch geflohen, übrigens sind auch da deutsche Waffen im Spiel, wird also kräftig mitverdient. Am Deutschen Wesen soll die Welt verwesen könnte man fast wieder meinen.
Wir sollten uns etwas zurückhalten mit Geschimpfe auf Flüchtlinge. Einerseits weil wir eine Exportnation sind die davon lebt und auf ein gutes image in der Welt angewiesen ist (bin selbst viel beruflich unterwegs und merke das deutsche hoch angesehen sind) und andererseits weil wir z.B. von maroden Kernkraftwerken umgeben sind. Wenn da mal etwas passieren sollte wars das und wir sind selbst auf der Flucht. Da würde der Autor dieses Artikels plötzlich selbst auf einen Schlauchboot im Mittelmeer hocken wenn die Grenzen auf dem Landweg geschlossen werden und die Flucht in Länder des nahen Ostens unmöglich machen.
Die "Fontbegradigung" 1944? Seltsame Wortschöpfung. Meine beiden Grossväter waren höhere SS Leute, einer davon in der KZ Lagerkommandantur wo er sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat sondern bloss Schiss hatte wenn er diesen üblen Job aufgegeben hätte an die Ostfront abkommandiert zu werden. Fakt ist: erst grossmäulig andere Länder überfallen, mit einem Botengänger ausdem 1. Weltkrieg an der Spitze der sich für genial hält und an allen Fronten rummurkst, mit Porsche schicke Panzerchen entwirft die viel zu groß und zu lahm sind und Sprit ohne Ende saufen, und am Ende rennen die ehemaligen Helden der Wehrmacht wie die Hasen aus allen Richtungen zurück in eine Landschaft die fast nur noch aus Trümmern und Leichen besteht. Super. Echt genial, vor allem wenn es heute noch Meute gibt die versuchen auf sowas stolz zu sein ...
Wird die Freie Welt so frei sein meinen Kommentar zu veröffentlichen? Bin übrigens weder "Gutmensch" noch "links". Gleich vorweg: Hasskommentare von Hasspredigern mit irgendwelchen dumpfen Beschimpfungen sind Zeitverschwendung, werd ich auch nicht lesen ...

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang