Hartz 4 und Gerechtigkeit
Hartz 4 und Gerechtigkeit
Datum: 24.02.2010, 11:20
Es handelt sich um Familien, die zum Teil am 20. des Monats nicht mehr wissen, was sie den Kindern zu Essen geben sollen, geschweige denn, wie sie irgendwelche Zusatzausgaben (noch ein Schulbuch, neue Turnschuhe, weil die Alten zu klein sind, Geld für die Klassenkasse, ein Schwimmbadbesuch, neue Stifte, ein Geburtstagsgeschenk,....) finanzieren sollen.
Der Staat holt sich das Geld – über die Hartz 4-Gesetzgebung - ausgerechnet bei den Ärmsten der Armen - die es so dringend brauchen würden, um der ständigen wirtschaftlich prekären Lage zu entkommen - zurück!
Die Familie mit 150.000 Euro Jahreseinkommen spürt gar nichts von 30 oder 60 Euro mehr monatlich – Geld, was Hartz 4-Familien viele schlaflose Nächte ersparen könnte.
DAS ist für mich das Grundübel an Hartz 4!
Es gibt bereits Aktionen zum Beispiel bei der Diakonie, die „Normal-Kindergeld-Familien“ dazu aufrufen, ihre Kindergelderhöhungen zu spenden, um sie wiederum bedürftigen Familien zukommen zu lassen. (Diese Unterstützungen – wenn sie offiziell liefen - würden allerdings bereits wieder an der anderen Seite zugunsten des Staates vom Hartz 4 abgezogen!!! Es gibt kein Entrinnen aus der Armutsspirale!)
Und übrigens: Längst nicht alle Familien, die Hartz 4 erhalten, bekommen auch die Miete und Nebenkosten ersetzt!
Meine Freundin (5 Kinder, eins bereits außer Haus) lebt seit Jahren nur von Kindergeld und Unterhalt für die Kinder (nicht 100% regelmäßig) und „Zuschüssen“ zwischen 80 und 10 Euro vom Hartz 4-Amt (das die Krankenkassenbeiträge zusätzlich noch bezahlt).
Voraussetzung ist dauernde Rennerei zu den Ämtern, Ausfüllen ellenlanger Antragsbögen, Offenlegen aller Kontodaten – neben all den Aufgaben, die das verantwortungsvolle Aufziehen von Kindern noch so mit sich bringt! Herr Westerwelle, Sie können gerne mal praktisch mit anpacken kommen! Kinder sind doch unsere Zukunft – und jeder klagt, dass es so wenig davon gibt.
Können Sie sich auch nur annähernd vorstellen, was es heißt, alleine (als Mutter, alleingelassen) für die Belange so vieler Kinder, für Schulbesuch, Kleidung, Ernährung, Spielsachen, Ordnung und Sauberkeit im Haushalt, Gesundheit, Psyche und das Finanzielle und Verwaltungstechnische zuständig zu sein. Da kann man doch locker daneben arbeiten gehen, um sein Geld selbst zu verdienen. Null Problemo – die schaffen das, die Frauen.
Miete, Nebenkosten und sämtliche andere Ausgaben müssen bestritten werden – und jetzt steht die Kündigung wegen Mietrückstand ins Haus. Allerdings möchte niemand seine Wohnung einer Mutter, die keine Mietübernahme per Hartz 4 hat, vermieten... .
Kinder sind unsere Zukunft! Und Mütter sind auch Menschen.
von Almut Rosebrock, www.glmk.de, Wachtberg bei Bonn
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