Im Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI, heißt es zur aktuellen Welle akuter Atemwegserkrankungen: »Die Werte liegen aktuell sogar über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen« [siehe Bericht n-tv]. Die Grippewelle begann dieses Jahr schon recht früh, und zwar im Oktober. Bei Kindern breite sich vor allem das Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) aus.
Sind die Corona-Maßnahmen, Maskenpflicht, Schulschließungen, Abstandsregeln, Lockdowns und Isolierungen schuld an dieser Lage, weil das Immunsystem vieler Menschen nicht mehr trainiert ist? Klar ist, dass ein gesundes Immunsystem nur dann dauerhaft funktionieren kann, wenn der Organismus in permanentem Kontakt zur viralen und bakteriellen Umwelt ist. Wer isoliert ist, kann sich nicht »abhärten«. Viele Menschen kennen dieses Phänomen von Reisen: Gerade bei Fernreisen reagiert der Körper oft empfindlich, weil die Wahrscheinlichkeit höher ist, mit neuen Viren in Kontakt zu kommen.
Besonders betroffen sind Kleinkinder. Denn sie müssen erst ihr Immunsystem aufbauen. Deshalb nehmen sie alles in die Hand, in den Mund und infizieren sich mit allen erdenklichen Kinderkrankheiten. Da wundert es nicht, dass das RSV sich unter ihnen ausbreitet. Das RKI schreibt: »Insbesondere bei Kleinkindern unter zwei Jahren sorgt zudem die anhaltende RSV-Aktivität für Arztkonsultationen und Krankenhauseinweisungen.«


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