Wird bald der internationale Seehandel teurer?

Reedereien unter Druck wegen neuer Schwefel-Grenzwerte für die Schifffahrt

Ein Auto umzurüsten ist eine Sache. Aber ein ganzes Schiff, das ist nochmal eine Nummer größer. Ein Großteil des internationalen Seehandels wird über Containerschiffe abgewickelt. Jetzt sollen sie umgerüstet werden oder auf andere Treibstoffe zurückgreifen.

Die Reedereien stehen ohnehin weltweit unter Druck. Der internationale Handel muss immer kostengünstiger abgewickelt werden. Die Konkurrenz aus China stellt immer größere Containerschiffe in den Dienst.Außerdem sorgt der amerikanisch-chinesische Handelsstreit für weitere Kosten.

Jetzt kommen neue Auflagen hinzu: Ab 2020 sinkt der Grenzwert für den Schwefelanteil in den Abgasen. Darum müssen Schiffe bald statt Schweröl verstärkt auf umweltfreundlichere Treibstoffe umsteigen. Oder sie müssen umrüsten und die Abgase stärker filtern [siehe Bericht »Handelsblatt«]. Das erhöht die Kosten und den Druck.

Es ist von einer der größten Umwälzungen der letzten Jahrzehnte die Rede. Nicht ohne Grund ist die Stimmung unter den Reedereien bis aufs Äußerste angespannt [siehe Bericht »Welt«]. Auch für die Weltwirtschaft und den Handel insgesamt könnte es eng werden: Mögliche Engpässe und deutlich höhere Transportkosten könnten das Wirtschaftswachstum weiter bremsen, schätzen Ökonomen.

Rund 98 Prozent des interkontinentalen und mehr als 60 Prozent des innereuropäischen Warenverkehrs werden über die Schifffahrt abgewickelt. Kein Transportmittel kann kostengünstiger große Mengen transportieren als ein Tank- oder Containerschiff. Das gilt nicht nur für den Ozean, sondern auch für die kleineren Varianten in der Binnenschifffahrt.

Sven von Storch

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