Wir haben darüber berichtet: 154 Ökonomen und Wirtschaftsprofessoren haben in einem offenen Brief die Euro-Politik und EU-Finanzpolitik scharft kritisiert. Die Experten sehen unter anderem die Gefahr, dass ein Euro-Finanzminister die Finanzentscheidungen politisieren werde und dass die Vergemeinschaftung der Schulden den Banken den Anreiz nehme, Schulden zu vermeiden. In vielen Punkten stimmten die Positionen der Wirtschaftsexperten exakt mit den Forderungen der AfD überein.
Doch nun kommen die Verteidiger des Euro-Systems aus ihren Löchern. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther, meldete sich persönlich auf Welt-Online zu Wort. Er wirft den Professoren vor, sich in der Euro-Debatte dumm zu stellen. Sie würden, so seine Meinung, die Lage übertrieben darstellen und keine eigenen Vorschläge bringen. Sie würden die Risiken einseitig bewerten.
Der IW-Direktor behauptet, dass man die europäische Einlagensicherung, die man auch als Überlaufmodell oder Rückversicherung organisieren können, die Steuerzahler besser vor Solvenz-Krisen der Banken abgeschirme.
Den europäischen Investitionsfonds sieht er als Möglichkeit, Unterschiede und regionalen Divergenzen auszugleichen. Er favorisiert die Idee, für einen solchen Investitionsfonds eine Anleihefinanzierung (Projektbonds) einzusetzen. Damit könnten Herausforderungen in Europa, wie die Flüchtlingspolitik und die gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik, gelöst werden, meint er.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit Sitz in Köln sowie Büros in Berlin und Brüssel ist ein arbeitgebernahes Wirtschaftsforschungsinstitut. Es wird von Wirtschafts-Verbänden und Unternehmen finanziert. Trägervereine sind der Bundesverband der Deutschen Industrie und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.


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