Die deutsche Industrie ist in Panik. Erdgas und Erdöl sind nicht nur wichtige Energielieferanten sondern wichtige Substanzen für die gesamte Industrieproduktion. Ein plötzliches Abschalten der russischen Gaszufuhr könnte Deutschland in die schwerste Wirtschaftskrise seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg führen.
»Wollen wir sehenden Auges unsere gesamte Volkswirtschaft zerstören?«, fragt der BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller im Interview mit der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹. Er warnte für den Fall eines Importstopps oder längerfristigen Ausfalls von Gas- und Öllieferungen aus Russland vor beispiellosen wirtschaftlichen Schäden. Wörtlich schlussfolgerte er: »Das könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen.«
Der Siemens-Energy-Chef Christian Bruch warnte nach Angaben des »Handelsblatts«: »Wenn wir sofort aus russischem Gas aussteigen, werden die Auswirkungen dramatisch sein.« Bei einem kurzfristigen Boykott seien die negativen Auswirkungen für Deutschland größer als der Effekt auf Russland, erklärte er. Für viele Industriezweige sei die Gasversorgung essentiell.
Die Bau- und Energie-Expertin Lamia Messari-Becker warnte nach Angaben der Nachrichtenagentur »dpa« ebenfalls vor einem schlagartigen Stopps russischer Gaslieferungen. Dies würde verheerende Folgen haben: Wenn die Grundstoff-Industrien zum Erliegen kämen, würde ein Dominoeffekt entstehen, der nicht mehr aufzuhalten und nur schwer reparabel wäre.
Und ein Konzernsprecher des Stahlkonzerns Salzgitter erklärte, dass ohne Erdgas keine Produktion von Stahl möglich sei. Der Politik müsse klar sein, dass von der Produktion wiederum die Energieversorgung und die Energiewende abhingen.


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