Historische Beispiele für Gold als Krisenschutz

Gold statt Anleihen_ Warum der alte Börsen-Mythos nicht mehr gilt

Historische Daten widerlegen die These, dass Gold in Börsencrashs zwangsläufig fällt. Experten und sogar Goldman Sachs empfehlen inzwischen, Gold als zentrale Absicherung im Portfolio einzusetzen.

Seit Jahrzehnten hält sich an den Finanzmärkten die Behauptung, Gold sei kein zuverlässiger Schutz gegen Börsencrashs. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt: Wenn die Aktienkurse abstürzen, sinkt auch der Goldpreis. Doch diese Ansicht lässt sich durch historische Daten nicht belegen. Mehrere Krisen der vergangenen Jahrzehnte zeigen vielmehr, dass Gold häufig als Gegenbewegung fungierte und Anlegern in unsicheren Zeiten Schutz bot, wie »ZeroHedge berichtet«

Historische Beispiele für Gold als Krisenschutz

Ein Blick auf die großen Börseneinbrüche seit den 1970er Jahren zeigt, dass Gold seine Rolle als sicherer Hafen immer wieder bewies. Während des Bärenmarktes von 1972 bis 1974 verlor der S&P 500 rund 41 Prozent seines Wertes. Im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelte sich der Goldpreis.

Auch beim »Schwarzen Montag« im Oktober 1987 war Gold ein Stabilisator: Der amerikanische Leitindex stürzte um über 34 Prozent ab, während Gold im Anschluss um 8,5 Prozent zulegte.

Ähnlich verlief die Entwicklung während des Platzens der Dotcom-Blase von 2000 bis 2002. Während die Aktienmärkte in den Abgrund stürzten, bewegte sich der Goldpreis nach oben.

Selbst in der globalen Finanzkrise 2007 bis 2009 zeigte sich das Muster: Zwar fiel Gold kurzfristig gemeinsam mit den Aktien, erholte sich jedoch rasch und erreichte binnen weniger Monate neue Rekordstände über 1.000 US-Dollar.

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Auch in der gegenwärtigen Krise, die durch Handelskonflikte und neue Zölle ausgelöst wurde, bestätigt sich das historische Muster. Während die Börsen von Unsicherheit und Nervosität geprägt sind, steigt das Interesse an Gold. Für viele Investoren ist das Edelmetall erneut ein sicherer Hafen, der gegen die Schwankungen an den Aktienmärkten absichert.

Goldman Sachs: »Das 60/40-Portfolio ist tot«

Bemerkenswert ist, dass inzwischen auch große Investmentbanken ihre Einschätzungen geändert haben. Goldman Sachs erklärte im Mai 2025, das klassische 60/40-Portfolio – 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen – sei überholt. Anleihen hätten ihre Schutzfunktion verloren, da sie in Zeiten hoher Inflation kaum noch Wertstabilität bieten.

Die Empfehlung der Bank lautet deshalb: Gold soll an die Stelle der Anleihen treten. In der neuen Anlagestrategie wird das Edelmetall nicht länger als exotischer Rohstoff betrachtet, sondern als zentraler Baustein zur Risikostreuung.

Gold als strategische Alternative

Die Daten der vergangenen Jahrzehnte widerlegen den Mythos, dass Gold im Gleichschritt mit den Aktienmärkten fällt. Im Gegenteil: Immer wieder zeigte sich, dass Gold während schwerer Finanzkrisen zulegte und Investoren vor größeren Verlusten schützte. Angesichts geopolitischer Spannungen, hoher Staatsverschuldungen und anhaltender Inflationssorgen gewinnt das Edelmetall als strategische Absicherung zunehmend an Bedeutung – nicht nur für Kleinanleger, sondern auch für die großen Adressen der Finanzwelt.

Sven von Storch

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