Ausschlaggebend für die schwächeren Wirtschaftsaussichten sind die steigenden Energiekosten und die anhaltenden Unterbrechungen der Lieferketten. Beides wird durch die Ukraine-Krise noch weiter verschlimmert. Russland ist immerhin der größte Gas- und Öllieferant der EU. Höhere Energiekosten bedeuten teurere Transporte. Das wirkt sich auf den Warenverkehr aller Art aus.
Das vermutlich größte Risiko für die Weltwirtschaft besteht darin, dass eine anhaltende Krise die Welt in eine Stagflation stürzen könnte, eine Kombination aus hoher Inflation und niedrigem Wirtschaftswachstum.
Dies war ein zentrales Problem nach der Ölkrise von 1973, von dem viele Ökonomen jedoch hofften, dass es mit relativ niedrigen und stabilen Preisen in den letzten zwei Jahrzehnten der Vergangenheit angehört.
Die hohe und steigende Inflation wird die Lebenshaltungskosten-Krise verschärfen. Das wird weltweit Millionen Menschen betreffen. Es stellt auch ein Dilemma für die Zentralbanken dar, die in den letzten zwei Jahren der Pandemie Geld in die Wirtschaft gepumpt haben.
Die meisten planen nun, diese Unterstützung schrittweise zurückzunehmen und gleichzeitig die Zinssätze schrittweise anzuheben, um die Inflation einzudämmen. Doch dies wird die Wirtschaft weiter schwächen – vor allem, wenn sich die Inflation weiter beschleunigt und die Zentralbanken mit dramatischen Zinserhöhungen reagieren. Während der Krise der 1970er Jahre hatte die US-Notenbank die Zinssätze bis 1978 auf 10 Prozent angehoben, was eine tiefe Rezession verursachte. Im folgenden Jahr erreichten die Zinssätze der Bank of England im Vereinigten Königreich 17 Prozent, was einen starken wirtschaftlichen Niedergang auslöste.
Die Hoffnung, dass der Inflationsdruck bis Mitte 2022 nachlassen wird, erscheint nun optimistisch. Russland und die Ukraine gehören zu den weltweit größten Weizenexporteuren, und viele Länder sind von russischem Öl und Gas abhängig, sodass die Energie- und Lebensmittelpreise weiter steigen werden.
Krieg und Sanktionen werden massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben
Experten_ Ukraine-Krieg kann Weltwirtschaft in die Stagflation treiben
Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen des Westens können die komplette Weltwirtschaft in die Krise und Stagflation treiben, befürchten Experten. Die Finanzmärkte könnten ins Chaos stürzen, die Lebenshaltungskosten für die Bürger extrem ansteigen.
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