Scheich Muhammad Ibn Abdulrahman Al-Thani von Katar ist erfreut. Denn »schon« ab 2024 könnte Katar Deutschland mit zusätzlichem Erdgas versorgen [siehe Bericht »n-tv«].
Schon? Oder erst? Das Problem: Die Infrastruktur von LNG-Terminals in Deutschland muss schleunigst ausgebaut werden. Und Katar muss seine Förder- und Export-Kapazitäten ausbauen.
Was ist mit dem Rest dieses Jahres? Was ist mit 2023? Wenn jetzt schon Schluss sein soll mit russischem Erdgas, wie sollen wir die Zeit überbücken? Und was ist mit den höheren Kosten? Verflüssigtes Erdgas (LNG) ist viel teurer als das Gas aus der Pipeline. Denn es muss unter hohem Druck verflüssig werden, auf Schiffe geladen, nach Europa gebracht und dort wieder in den gasförmigen Zustand zurückgeführt werden. Das ist sehr viel aufwändiger als es sich per Pipeline liefern zu lassen.
Und es gibt noch ein anderes Problem: Das Erdgas aus Katar kommt aus einer politisch hoch instabilen Region. Das größte Erdgasfeld der Welt (»North Dome«) im Persischen Golf teilt sich Katar mit dem Iran. Damit ist klar, dass bei jedweder politischen oder militärischen Eskalation in der Golfregion die Versorgungslage erneut gefährdet ist. Die USA brauchen nur den Sanktionsgürtel um den Iran enger zu ziehen, und schon reagiert der Iran mit der Blockade der Straße von Hormuz. Dann wäre Deutschland genauso in der Bredouille wie jetzt mit Russland.
Klar ist: Eine Jubelmeldung mit großer Hoffnung für die Zukunft, wie es uns die Mainstream-Medien weismachen wollen, ist die Ankündigung aus Katar nicht. Es gibt viele Gründe, misstrauisch zu bleiben.


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