Donald Trump hatte dies schon lange erkannt: Man darf China und die chinesische Wirtschaft nicht mit Samthandschuhen anfassen. Daher gehen die USA rigoros gegen die chinesische Billig-Konkurrenz vor. Trumps »Wirtschaftsnationalismus« wurde in Europa heftig kritisiert. Doch jetzt sieht man auch in Europa ein, dass man in einem offenen Spiel der Märkte China unterlegen ist, zumal die Chinesen mit allen Mitteln versuchen voranzukommen und dort der Staat und die Unternehmen an einem Strang ziehen.
Jetzt schlägt die deutsche Industrie Alarm [siehe Berichte »FAZ«, »manager magazin«, »Zeit-Online«] Die Geschwindigkeit, mit der die chinesischen Unternehmen wachsen und westliche Unternehmen aufkaufen, der rapide Transfer von Know-how von Europa nach China, die Dumpingpreise und die teils umstrittenen Methoden der chinesischen Wirtschaft bereiten den deutschen Industrieunternehmen Kopfzerbrechen.
In einem Grundsatzpapier hat nun der »Bundesverband der deutschen Industrie (BDI)« seine Sicht auf das Problem zusammengefasst und fordert, die deutsche Wirtschaft gegen die chinesische Konkurrenz widerstandsfähiger zu machen. Es gebe einen regelrechten Systemwettbewerb. Auf der einen Seite stünde die westliche offene Marktwirtschaft, auf der anderen Seite die staatlich gelenkte Systemwirtschaft Chinas. Momentan sieht es so aus, als ob die chinesische Mischung als Staatswirtschaft und Marktwirtschaft effizienter sein könnte. China sei vom Kommunismus zu einer neuen Art Staatskapitalismus übergegangen.
In Europa fürchtet man, den technologischen Vorsprung, ja sogar am Ende den Anschluss zu verlieren. Das betrifft unterschiedliche Schlüsseltechnologien. Das BDI-Papier fordert daher etwas, das die Chinesen schon lange als Leitmotiv haben: nämlich langfristige strategische Planungen.
Große Sorgen bereitet auch das Bildungssystem in Deutschland. Die Chinesen qualifizieren Jahr für Jahr Millionen junger Menschen für den wirtschaftlichen Wettbewerb. Auch hier könnte Deutschland den Anschluss verlieren.


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