Den Problemen und Entwicklungen in Deutschland entgegnet die deutsche Industrie mit einer logischen Konsequenz: man orientiert sich zunehmend ins Ausland. Die Zahl der Standorte wird vergrößert, man stellt sich internationaler auf. Die Bedeutung des Heimatstandortes in Deutschland wird relativiert.
So zum Beipsiel Siemens: Der Konzern investiert massiv in Zukunftsprojekte [siehe Bericht »n-tv«]. Doch diese sind größtenteils im Ausland. Zwei Milliarden Euro sollen in den Ausbau weltweiter Produktionskapazitäten investiert werden. Auch die Forschung und Entwicklung soll vor allem im Ausland ausgebaut werden.
So sollen beispielsweise 140 Millionen Euro in ein Werk in Chengdu (China) fließen. In Singapur baut Siemens für 400 Millionen eine neue High-Tech-Fabrik.
Auch die BASF verlagert Produktionsstätten und Arbeitsplätze massiv nach Asien, vor allem nach China [siehe Bericht »Freie Welt«]. Als Grund werden vor allem die hohen Energiekosten und die komplizierte Bürokratie in Europa angegeben.
Damit tritt ein, vor dem Experten gewarnt haben. Zwar sinkt durch die Verlagerung der Industrie ins Ausland der deutsche CO2-Ausstoß. Doch er verschwindet nicht, sondern wird nur ins Ausland verlagert.
Das Wirtschaftsministerium wirkt dieser Verlagerung ins Ausland nicht entgegen. Im Gegenteil. Durch Robert Habecks Ankündigungen, dass die Industrieproduktion in Deutschland im Notfall wegen Gasmangel gedrosselt oder gar ganz abgeschaltet werden soll, wirkt abschreckend auf Industrielle, Unternehmer und Investoren.


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