Die Frage, wann China die USA als Wirtschaftsmacht überholt, stellt sich eigentlich gar nicht mehr. Denn China hat dies bereits getan.
Wenn man die Staaten nach dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprechend ihrer Kaufkraftparität (KKP, englisch »purchasing power parity« bzw. PPP) auflistet, dann sieht die Reihenfolge so aus (in Millionen Internationalen Dollar bzw. PPP-$, Zahlen nach Angaben des IWF für 2018):
1. China: 25.270.066
2. USA: 20.494.050
3. Indien: 10.505.288
4. Japan: 5.594.452
5. Deutschland: 4.356.353
Diese Zahlen sind realistischer als die sonst angewandte Methode, die Staaten nach nominalem BIP zu ordnen, weil die Kaufkraft in Bezug zur Realwirtschaft vor Ort gemessen wird. Bei den nominalen BIP-Angaben werden dagegen die Werte durch Wechselkurse und aktueller Marktwerte verzerrt dargestellt. Marktwerte können durch Spekulationen (Grundstücke, Maschinen, Firmenwerte) sehr verzerrt sein.
Bei der Liste des nominalen BIP sieht die Reihenfolge (noch) so aus (in Millionen US-Dollar, IWF-Angaben von 2018):
1. USA: 20.494.050
2. China: 13.407.398
3. Japan: 4.971.929
4. Deutschland: 4.000.386
5. Großbritannien: 2.828.644
Man darf nicht vergessen: In den USA und Großbritannien sind viele Werte durch die Marktspekulationen nach oben getrieben. Am Ende ist aber die Summe der Häuser, Autos, Fabriken, produzierten Güter und Waren, usw. ein realistischerer Faktor bei der Einschätzung der Wirtschaftskraft eines Landes. Wie viele Produkte in unserem Alltag sind »Made in China«? Wie viele sind »Made in Germany« oder »Made in USA«?
China ist zur Fabrik der Welt geworden. Das ist sicher. Asien hat die höchsten Wachstumsraten. Auch das ist sicher. Der Westen sollte aufpassen, dass er nicht von der Realität überholt wird, weil er sich auf schönfärberischen Statistiken ausruht.
Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht die Sonne unter. Dieser Spruch hat heute doppelte Bedeutung.


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