Die Dimensionen dieser Nachrichten muss man sich genauer vorstellen: Während Europa zunehmend deindustrialisiert und dekarbonisiert wird, ist Mächten wie den USA, Russland und China klar, dass es auch in Zukunft nicht ohne Erdöl und Erdgas gehen wird.
China ist längst zum größten Erdöl-Importeur der Welt geworden. Nicht nur das: China legt gigantische Vorräte an Erdöl und Erdgas an. Denn wenn es einmal zu Verknappungen kommen sollte, kann China auf diese Vorräte zurückgreifen.
Doch das alles reicht den Chinesen nicht. Sie wollen nicht von Importen aus dem unsicheren Nahen- und Mittleren Osten abhängig sein. Daher suchen sie nach Erdöl und Erdgas im eigenen Land, und zwar in großen Tiefen.
Jetzt haben es die Chinesen im Tarim-Becken (Nordwest-China) geschafft, bis in 9.000 Meter Tiefe zu bohren, und sind dabei auf gigantische Mengen Erdöl gestoßen [siehe Bericht »n-tv«]. Die Vorkommen seien dort unermesslich groß: Mit dem, was man dort jetzt gefunden hat, könnte man die ganze Weltwirtschaft mindestens ein Jahr lang laufen lassen. Und das ist erst der Anfang.
Das Vorgehen mit Ultra-Tief-Bohrern ist indes eine technische Meisterleistung. Chinas Ingenieure haben wieder einmal Einfallsreichtum und Durchhaltevermögen bewiesen. Dabei hatten sie anfangs mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen, weil in diesen großen Tiefen enormer Druck und extreme Temperaturen herrschen.
Bisher waren Geologen davon ausgegangen, dass es in solch großen Tiefen kein Erdöl und Erdgas gibt. Doch die Chinesen haben nun das Gegenteil bewiesen. Das Lager an fossilen Kohlenstoffen, das die Chinesen entdeckt haben, wird auf rund eine Milliarde Kubikmeter geschätzt.


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