Die deutsche Rente ist sicher? Das gilt sicherlich nicht für die Höhe der Rente. Dazu reicht ein Blick auf den Rentenbescheid. Denn die Zahl, die genannt wird als Rente, die man bekäme, wenn man weiter so verdienen würde wie aktuell, ist eine hypothetische Zahl!
Wer seinen Rentenbescheid genau durchliest, wird feststellen, dass darin zwar verklausuliert, aber dennoch klar und deutlich gesagt wird, dass die Rente in der Zukunft inflationsbedingt weniger Kaufkraft haben wird. Außerdem werden auf die Rente noch Steuern erhoben. Zusätzlich müssen Krankenversicherung und Pflegeversicherung gezahlt werden. Wer sich das alles mal ausrechnet wird feststellen: Am Ende sieht es für die meisten Bürger bitter aus. Selbst wenn der Rentenbescheid auf den ersten Blick verheißungsvoll aussieht.
Viele Deutsche werden im Alter arm sein
Doch für die meisten Bürger sieht nicht einmal der Rentenbescheid positiv aus. Viele blickend staunend auf ihren Bescheid und fürchten um ihre Zukunft. Wer im Niedriglohnsektor arbeitet oder hoch verschuldet oder nach teurer Scheidung unterhaltspflichtig ist, der wird keine Ressourcen haben, um nebenbei noch privat vorzusorgen.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert, dass jedem zweiten 55- bis 64-jährigen monatlich etwa 700 Euro an Rente fehlen werden, um später den Lebensstandard halten zu können.
Kurzem hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnet, dass jedem zweiten 55- bis 64-jährigen Deutschen monatlich 700 Euro an Rente fehlen, um später den Lebensstandard halten zu können
Experten sehen schwarz
Der britische Finanz-Experte, John Greenwood, der einst für die Stabilisierung des Hongkong-Dollars verantwortlich war, sieht die Schuld an der deutschen Renten-Misere unter anderem an Vertragsrichtlinien der EU, wie Solvency II. Die verantwortlichen Versicherung würden die Beträge hauptsächlich in niedrig verzinste Anlagen investieren, die zu wenig Rendite bringen [siehe Interview auf »Focus-Online«]. Probleme bei Anlagen am Aktienmarkt bereite vor allem die hohe Inflation.
Und Elroy Dimson, der einst den norwegischen Staatsfonds zum größten der Welt machte, äußert sich gegenüber »Focus-Online« : »Da hilft eigentlich nur noch beten. Wenn Sie 55 Jahre alt sind und mit 67 Jahren in Rente gehen wollen, ist die Zeit zu knapp, um das grundlegend zu ändern. Da müssten Sie schon alles auf eine Karte setzen. Sie könnten später in Rente gehen. Doch das mag für Menschen wie mich mit einem intellektuell geprägten Job eine Option sein. Aber kaum für Menschen, die körperlich arbeiten.«
Rente ist nicht sicher
In einem »MDR«-Beitrag wird erläutert, dass mittlerweile nicht einmal die Bundesregierung die Rente als alleiniges Standbein der Altersvorsorge sehe, sondern nur als eines von mehreren. Doch auch die anderen Säulen der Altersvorsorge bröckeln, wie zum Beispiel die private Altersvorsorge, was an den niedrigen Zinsen und der Inflation liege. Nur wenige Bürger kommen in den Genuss einer Betriebsrente, weil nicht alle Unternehmen sich so etwas leisten können.
Da kommt noch etwas auf die Deutschen zu. Besonders pikant wird es, wenn die Deutschen sehen, dass es den Bürgern in vielen anderen europäischen Ländern (Schweiz, Norwegen, Österreich, Dänemark) im Alter sehr viel besser gehen wird als den Deutschen. Selbst viele Spanier und Griechen können gelassener dem Alter entgegen schauen als ein Großteil der Deutschen.
Die Frage, die dann alle stellen werden, lautet: Wie kann es sein, dass ein System, dass bis in die 1980er Jahre hervorragend funktionierte, so ruiniert werden konnte.


Add new comment