Ausländische Investoren dominieren zunehmend die DAX-Aktien

Ausverkauf der deutschen Industrie

aut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY gehören 51 Prozent der Aktien der DAX-Unternehmen ausländischen Investoren. Deutsche Anleger halten nur noch 33,6 Prozent.

Wie »n-tv« und »ey.com« berichten, verlieren die deutschen Top-Konzerne zunehmend ihre heimische Basis. Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY gehören 51 Prozent der Aktien der DAX-Unternehmen ausländischen Investoren. Deutsche Anleger halten nur noch 33,6 Prozent. Der Rest ist regional nicht zuzuordnen. Besonders US-Amerikaner investieren stark in den DAX. Sie sehen die deutschen Unternehmen positiver als deutsche Anleger.

Nordamerikanische Investoren im Vormarsch

Seit 2010 hat sich der Anteil nordamerikanischer Investoren stark erhöht. Er stieg von 17,4 auf 23,5 Prozent. Europäische Investoren hingegen reduzieren ihre Beteiligungen. Ihr Anteil sank um 2,8 Prozentpunkte. Besonders auffällig ist der Immobilienkonzern Vonovia. Hier halten ausländische Investoren 84 Prozent der Aktien. Auch bei MTU Aero Engines und Brenntag liegt der Auslandsanteil bei 81 Prozent.

Rekord-Dividenden fließen ins Ausland

Die DAX-Konzerne schütten so viel Geld aus wie nie zuvor. 2024 zahlten sie 53,8 Milliarden Euro an Dividenden. Davon gingen 26 Milliarden Euro ins Ausland. Nur 22,2 Milliarden Euro blieben in Deutschland. Mercedes-Benz überweist 3,4 Milliarden Euro an ausländische Investoren. Deutsche Anleger erhielten 2,1 Milliarden Euro. Dieser Trend zeigt: Der Großteil der Gewinne verlässt Deutschland.

Globalisierung prägt die deutsche Wirtschaft

Die starke Präsenz ausländischer Investoren spiegelt die Globalisierung wider. DAX-Unternehmen sind international ausgerichtet. Märkte wie die USA und China sind für sie wichtiger als Deutschland. Henrik Ahlers, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung, sieht darin kein Problem. »Das zeigt das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft«, sagt er. Dennoch wächst der Einfluss ausländischer Investoren auf strategische Entscheidungen.

Wenige Unternehmen bleiben »deutsch«

Nur wenige DAX-Konzerne haben noch eine starke deutsche Aktionärsbasis. Die Porsche AG führt mit 88 Prozent inländischen Anteilen. Dahinter folgen Siemens Healthineers, Beiersdorf und Deutsche Telekom. Doch selbst hier schwindet der deutsche Einfluss langsam. Seit 2005 ist der Anteil deutscher Investoren stetig gesunken. 2007 überschritten ausländische Investoren erstmals die 50-Prozent-Marke.

Deutschland hat immer weniger Kontrolle über die eigene Industrie

Experten wie Thomas Harms von EY sehen keinen Grund zur Sorge. »Die Globalisierung ist keine Einbahnstraße«, sagt er. Deutsche Unternehmen investieren auch im Ausland.

Wirklich? Dennoch warnen Kritiker vor einem Kontrollverlust. Große institutionelle Investoren wie BlackRock halten oft über drei Prozent der DAX-Aktien. Staatsfonds wie die Kuwait Investment Authority oder Qatar Holding sind ebenfalls stark engagiert. Dies könnte langfristig die Entscheidungsmacht deutscher Unternehmen beeinflussen.

Die deutsche Industrie wird zunehmend international. Ausländische Investoren dominieren den DAX. Dies bringt Kapital, aber auch Abhängigkeiten. Während einige dies als Zeichen von Vertrauen sehen, fürchten andere einen Ausverkauf. Die Entwicklung zeigt: Die deutsche Wirtschaft ist kein isolierter Markt mehr. Sie ist Teil einer globalen Welt.

Sven von Storch

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