Corona-Lager statt Aufenthalt in Krankenhäusern oder zu Hause

RKI-Files_ Krisenstab erwog, positiv Corona-Getestete in Lager zu stecken

Es stand tatsächlich die Idee im Raum, wie in China riesige Internierungslager für Positiv-Corona-Getestete aufzubauen. Die Schwierigkeit, passende Orte und genügend Personal zu finden, wurde als Grund angegeben, diese Idee nicht umzusetzen.

Die Veröffentlichung der ungeschwärzten RKI-Files, die zunächst an eine Journalistin in Berlin und anschließend an die Öffentlichkeit durchgestochen wurden, bringt immer neue Details ans Tageslicht.

So hatte der Corona-Krisenstab tatsächlich erwogen, Menschen mit positivem Corona-Test in Lagern zu internieren [siehe auch Meldung von Prof. Stefan Homburg]. Das war zu einem Zeitpunkt, an dem der Krisenstab bereits über die unterdurchschnittliche Sterblichkeit wusste und dass die Kliniken noch nicht überlastet waren bzw. es sogar einen Leerstand gab.

Anlass war, dass man mit hohen Fallzahlen (durch Tests) rechnete, zu denen man aber keine Vergleichswerte hatte, weil bei anderen Ansteckungskrankheiten wie Influenza es nicht solche Massentests gab. Die Zahl der Tests war historisch einmalig.

Vorbild dieser Idee waren die Lager in China, wo riesige Internierungslager errichtet wurden. Man sprach vom »chinesischen Konzept« [siehe Bericht NIUS].

Die Tatsache, dass die Lager-Idee (wie sie in China vollzogen wurde), nicht in Deutschland umgesetzt wurde, lang an den fehlenden Möglichkeiten und am fehlenden Personal. So wurde die Idee mit den Lagern als »schwer umsetzbar« angesehen.

Moralische Aspekte scheinen dagegen keine Rolle gespielt zu haben, von der Internierungs-Lager-Idee abzusehen. Das bedeutet: Wenn man die Möglichkeiten und das Personal gehabt hätte, hätte man keine Skrupel gehabt, die Idee umzusetzen.

Sven von Storch

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