Lange Zeit gab es dieses Fach nicht. Es gibt zwar weit verbreitet das Fach »Islamwissenschaft«, doch das ist ein philologisches Fach, bei dem Europäer sich mit der arabischen, persischen und türkischen Sprache, Kultur, Literatur und Geschichte auseinandersetzen. Man nannte dieses Fach deshalb oft auch »Orientalistik«.
»Islamische Theologie« ist dagegen etwas anderes. Hier können Muslime und solche, die sich für den Islam interessieren, den Koran, die Haddithen und die Scharia sowie die unterschiedlichen Auslegungen des Islam studieren. Es ist sozusagen das islamische Pendant zur katholischen oder evangelischen »Theologie«, die man an vielen deutschen Universitäten studieren kann.
In Berlin wird das Fach von der Humboldt-Universität angeboten. Dort gibt es jetzt das neu begründete »Institut für Islamische Theologie«. Der Andrang ist überraschend groß. Ursprünglich rechnete man anfangs mit ungefähr 80 Studenten. Doch nun haben sich schon über 180 eingetragen [siehe Bericht »Welt«]. Für ein neues Fach in einem neuen Institut ist das viel. Und es gibt noch reichlich Wachstumspotenzial.
Zwar gibt es derzeit noch Probleme mit der Besetzung des Lehrpersonals. Doch man ist zuversichtlich, am 1. Oktober mit den Seminaren und Vorlesungen zu beginnen.
Verschiedene liberale Muslime äußerten bereits Kritik: Im Gremium des Beirates des Instituts würden ausschließlich konservative Islamverbände vertreten sein und liberale muslimische Stimmen fehlen, heißt es. Immerhin: Es sollen sowohl die schiitische als auch die sunnitische Lehre im Vergleich angeboten werden.


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