Es wird mehr Bücher geben als jemals zuvor, sie werden aber weniger gelesen

Künstliche Intelligenz zerstört das Buch

Nach dem Internet wird die KI dem Buch den Rest geben. In Zukunft werden sich immer mehr Menschen ihre Texte nach ihren eigenen Wünschen von der KI schreiben lassen. Zumindest beim Sachbuch wird es massive Veränderungen geben.

Es ist kein Todesstoß, der das Buch vom Thron stürzt. Es ist ein Prozess. Das Medium Buch, über Jahrtausende der Träger kulturellen Wissens, wird zerstört.

Tatsächlich sah es schon lange so aus, als würde das Buch durch andere Medien verdrängt werden. Radio, Fernsehen, Tonträger und am Ende der Computer machten dem Buch Konkurrenz. Doch durch die wachsende Überwindung des Analphabetismus und steigende Bildung wuchs auch der Lesehunger. Die Zahl der jährlich erschienen Bücher ist in den letzte Jahren und Jahrzehnten nahezu kontinuierlich angestiegen.

Das wird auch so weitergehen: Es werden immer mehr Bücher in immer kürzerer Zeit geschrieben.

Der Druck wird zunehmend als »Print on Demand« erledigt. Das heißt: Das Buch wird als Datensatz gespeichert und erst bei Bestellung (z.B. via Amazon) gedruckt.

Doch was dem Buchmarkt in seiner QUALITÄT zerstören wird, ist die KI/AI, die Künstliche Intelligenz. Denn mittels KI kann man innerhalb weniger Minuten zu jedem beliebigen Thema ein Buch schreiben (lassen).

Es kommt noch schlimmer: Es gibt bereits Programme, die von alleine Bücher schreiben und auf den Markt bringen, ohne dass der Bezieher der Margen noch etwas tun muss. So können Sie sich als Autor von tausend Büchern pro Monat ausgeben, ohne wirklich kreativ gewesen zu sein.

Was werden die Auswirkungen sein: Es wird mehr Bücher geben als jemals zuvor. Aber die Bücher werden weniger gelesen und verlieren an Wert und Bedeutung.

Was Sachbücher angeht: So wird in naher Zukunft sich ein großer Teil der Bevölkerung Texte zu Lieblingsthemen von der KI schreiben lassen. Man sagt zur KI einfach: Schreibe mir ein kleine Buch zum Thema X mit Schwerpunkt Y und Zielsetzung Z. In wenigen Minuten hat man seinen Text.

Die Medienwelt wird mit der KI sich selbst zerfleischen. Die Suche nach Copyright-Verletzungen wird irgendwann sinnlos werden, weil am Ende alles eine riesige Informations-Suppe sein wird, bei der niemand wer weiß, wer welchen Gedanken zuerst hatte.

Sven von Storch

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