Nicht nur das Coronavirus verursacht internationale Verunsicherung. Andere Epidemien sind genauso gefährlich, bleiben aber zumeist lokal begrenzt.
Wegen fehlender Impfungen konnte sich im Kongo eine Masernepidemie ausbreiten. Bereits bis Anfang Januar wurden insgesamt mehr als 6000 Todesfälle registriert [siehe Bericht »CNN«]. In Afrika kommt es immer wieder zu Masern-Epidemien. In Europa ist die Mehrzahl der Menschen gegen Masern geimpft. Allerdings haben Lücken bei der Impfung zeitweise zu mehr Masern-Fällen in Deutschland geführt. Besonders für Kleinkinder sind die Masern gefährlich.
Eine andere Epidemie, die ebenfalls in Afrika und besonders im Kongo wütet, ist Ebola. Sie ist durch eine besonders hohe Todesrate gefährlich, tritt jedoch lokal begrenzt auf. Allerdings ist sie schon im Sommer vom Kongo auf Uganda übergesprungen. Diese neue Welle hat bereits mehr als 2000 Tote gefordert.
Inzwischen wachsen die Sorgen vor dem, was passieren könnte, wenn das neue Coronavirus (2019-nCoV) auf Afrika überspringt [siehe Berichte »The Hongkong Standard«, »Al-Jazeera«]. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits davor gewarnt, dass viele afrikanische Länder gegen einen Virus mit der Verbreitungsgeschwindigkeit wie das neue Coronavirus nicht gewappnet seien.
Maßnahmen wie in China sind in Ländern wie dem Kongo praktisch unmöglich. Die komplette medizinische und sanitäre Infrastruktur Innerafrikas ist nur rudimentär entwickelt. Das reicht nicht aus, um einen solchen Virus zu bekämpfen. Andererseits sind viele Siedlungen und Regionen Afrikas isoliert und verkehrstechnisch nicht so angebunden wie chinesische Millionenstädte, so dass eine Verbreitung dort langsamer vonstatten gegen würde.
Die WHO hat inzwischen angekündigt, die Alarmbereitschaft in Afrika zu erhöhen, insbesondere in 13 Ländern mit höchster Priorität: Algerien, Angola, Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), Äthiopien, Ghana, Kenia, Mauritius, Nigeria, Südafrika, Tansania, Uganda und Sambia.


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