Bislang hielt China den Rekord. Dort leben mehr als 1,4 Milliarden Menschen. Doch wenn man das historische Indien in seiner Gänze (das heißt inklusive der heutigen Staaten Pakistan und Bangladesch) betrachtet, dass nur aufgrund des Streits zwischen Hindus und Moslems geteilt wurde, dann hat der indische Subkontinent das Reich der Mitte schon seit längerem überholt.
Nun hat Indien als Staat offiziell die Volksrepublik China überholt [siehe Bericht »Welt«]. Mit 1,425 Milliarden Einwohnern ist Indien nun der Staat Nummer Eins in Sachen Bevölkerung. Das wird auch auf lange Sicht so bleiben. Denn die Geburtenrate in Indien (2,0) ist höher als in China (1,2). Außerdem ist die Bevölkerung jünger.
Doch die Geburtenrate Indiens verrät, dass auch dort das Bevölkerungswachstum längst an Dynamik verloren hat. In den 1950er Jahren lag die Geburtenrate in Indien noch bei etwa 5 Kinder pro Frau. Einer der wichtigsten Grüne für die sinkende Geburtenrate ist die Zunahme der Stadtbevölkerung. In den modernen Städten können sich die Inder Kinder weniger leisten. Auf dem Lande gelten viele Kinder indes als Arbeitskraft.
Der einzige Kontinent, wo die Geburtenraten immer noch auf sehr hohem Niveau bleiben, ist Afrika.


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