China verzeichnet erste Erfolge, Deutschland startet mit ersten Krisenleitlinien

Asien kämpft mit aller Kraft gegen das Virus, Merkel plädiert für Maß und Mitte

Während in China, Südkorea, Taiwan, Japan, Singapur und Hongkong drastisch durchgegriffen wird, startet Deutschland mit der Festlegung erster Krisenleitlinien. Merkel plädiert für »Maß und Mitte«.

Anmerkung zu Beginn: Am 23. Januar 2020 lag die offizielle Zahl der in Wuhan/China gemeldeten Fälle bei 495. Dies war der Tag, an dem die Regierung in Peking den nationalen Notstand für 1,4 Milliarden Chinesen und die völlige Quarantäne für die 11 Millionen Einwohner von Wuhan erklärt hat. In Deutschland liegt die Zahl der Infizierten am 9. März bei über 1.150. Die Regierung entwickelt erste Krisenleitlinien.

»Maß und Mitte« — Das ist die Vorstellung der Krisenkanzlerin zur Bewältigung der Coronavirus-Epidemie. Sie tut dies zu einem Zeitpunkt, bei dem es in Deutschland mehr Infizierte gibt als in China an jenem Tag, an dem Regierung die völlige Quarantäne und Absperrung der 11-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan in der Provinz Hubei erklärt hatte. Es folgten alsbald Notfallregelungen und Ausgehverbote in allen großen Städten Chinas. Von Peking bis Schanghai sind die Straßen leer.

Und in Deutschland? Hier sind schon mehr als tausend Menschen infiziert. Täglich werden es mehr. In Italien sind es schon über 7.000. In fast allen europäischen Staaten werden Fälle gemeldet. Doch alle Staaten sind noch weit davon entfernt, so hart und konsequent durchzugreifen wie Peking es gemacht hat. Auch in Japan wird durchgegriffen. Die Schulen wurden in vielen Regionen geschlossen. Japan und Taiwan können die Zahl der Infizierten auf niedrigem Niveau halten. In diesen Ländern gelten ohnehin strikte Hygienemaßnahmen. In Taiwan werden alle Bürger mit Kontakten zur Volksrepublik überwacht, um Kontaktketten zu rekonstruieren.

In China nimmt von Tag zu Tag die Zahl der Neu-Infizierten ab. Auch die Zahl der Todesfälle sinkt.

Was sind die deutschen Pläne? In Deutschland sollen zusätzliche Schutzvorkehrungen greifen, heißt es. So sollen Großveranstaltungen von umfassenden Risikobewertungen abhängig gemacht werden, wie nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Freitagabend in Berlin mitgeteilt wurde. Konkrete Entscheidungen lägen aber bei den Veranstaltern und zuständigen Behörden vor Ort, heißt es. Also: Es wird in Deutschland noch viel diskutiert und debattiert werden, während anderswo radikal durchgegriffen wird.

[Hierzu seien zwei Artikel empfohlen: In der FAZ und bei Heise.de]

Über die weitere Verbreitung der Virusinfektion nach offiziellen Zahlen wird live auf einer speziellen Webseite der Johns-Hopkins-University berichtet.

Sven von Storch

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