Der Zensus 2022 sorgt für Beunruhigung. Etwa 100.000 Interviewer sind ausgesandt, um Informationen über die Bürger und ihre Wohnverhältnisse zu erhalten. Jeder Bürger, der per Brief zu einem Interview aufgefordert wird, muss sich daran beteiligen: Man ist gesetzlich auskunftspflichtig. Wer die Befragung nach mehrmaliger Erinnerung verweigert, dem drohe Zwangs- oder Bußgelder.
Fragen werden gestellt zu den Themen Wohnsituation und Wohneigentum, Bildung und Ausbildung, Erwerbstätigkeit und zum Migrationshintergrund [siehe Bericht »MDR«].
Einer großer Teil der Wohnungs- und Hauseigentümer hat Briefe mit Zugangscodes für ein Online-Formular erhalten. Sie werden aufgefordert, Angaben zur Größe der Wohnung, der Höhe etwaiger Mieteinkünfte und Abgaben zur Art der Heizung zu machen, berichtet das »Redaktionsnetzwerk Deutschland RND«. Viele Wohneigentümer beschweren sich, dass die Fristen viel zu kurz sind. Man hat nur zwei Wochen Zeit. Wenn man in dieser Zeit nicht alle Daten liefert, drohen Strafzahlungen.
Wichtige Frage bleiben offen: Warum will der Staat diesmal alles so genau wissen? Was ist der Zweck? Soll Wohnraum zwangsweise enteignet werden können? Sollen Vermietern bestimmte Mieter aufgezwungen werden?


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