Xi Jinping und Mao Zedong stammen aus der derselben Partei. Doch während Mao eine radikal-kommunistische Gesellschaft aufbauen wollte, steht Xi Jinping einem Staat vor, dessen Wirtschaft und Gesellschaft marktwirtschaftlich orientiert ist. China ist eine Weltwirtschaftsmacht geworden. Kommunistisch ist nur noch der Partei- und Regierungsapparat.
Mao hatte mit seinem roten Büchlein und seinen Leitgedanken im Parteistatut die Ideologie vorgegeben. Diese Macht und Leitfunktion hatte seitdem kein anderer Machthaber in China. Lediglich Deng Xiaoping, der den großen Umschwung zur Martkwirtschaft einleitete, durfte ein paar Ideen in das Parteienstatut einfließen lassen.
Doch nun hat man auf dem 19. Parteikongresses stimmten auf ihrer Abschlusssitzung am Dienstag in Peking einstimmig dafür gestimmt, "Xi Jinpings Gedankengut für das neue Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung" als zusätzliche Leitlinie in die Statuten zu übernehmen (siehe Berichte NZZ und Spiegel-Online).
China besteht unter Xi Jinping darauf, einen eigenen Weg zu gehen, autoritär in der Politik, liberal in der Wirtschaft, strategisch im Weitblick. Dieses Modell ist das Konkurrenzmodell zur westlich-modernen Gesellschaft. Die Zukunft wird zeigen, wessen Modell am Ende erfolgreicher sein wird. Momentan sieht es so aus, dass niemand China auf dem Weg zur Weltmacht aufhalten kann.


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