Russland und China stocken auf, die Industrieländer halten ihre Goldreserven stabil

Welches Land hortet das meiste Gold im Jahr 2026?

Die USA führen mit 8.133 Tonnen uneinholbar – mehr als Deutschland (3.350 t), Italien (2.452 t) und Frankreich (2.437 t) zusammen. Russland und China folgen mit je ca. 2.330 / 2.306 t.

Goldbarren


In einer unsicheren Welt bleibt Gold für viele Staaten der ultimative Sicherheitsanker. Während Währungen schwanken und geopolitische Spannungen zunehmen, halten Zentralbanken weltweit weiterhin enorme Mengen des gelben Metalls. Aktuellen Daten des World Gold Council (Stand Q4 2025, veröffentlicht Anfang Februar 2026) und ergänzenden Quellen wie Trading Economics und IMF-Statistiken zufolge dominieren die Vereinigten Staaten das Ranking der größten Goldreserven weiterhin unangefochten. Und das mit großem Abstand.

Die USA horten am meisten Gold

Die USA besitzen derzeit 8.133 Tonnen Gold, was mehr ist als die Reserven der Plätze zwei bis vier zusammen. Deutschland folgt mit 3.350 Tonnen auf Rang zwei, knapp vor Italien (2.452 Tonnen) und Frankreich (2.437 Tonnen). Russland und China liegen mit jeweils etwa 2.330 bzw. 2.306 Tonnen auf den Plätzen fünf und sechs – beide Länder haben in den vergangenen Jahren massiv zugekauft, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.

Die Top-10-Liste im Überblick (Stand Anfang 2026, in Tonnen, nur OFFIZIELLE Zahlen):

Vereinigte Staaten – 8.133 

Deutschland – 3.350  

Italien – 2.452

Frankreich – 2.437  

Russland – ca. 2.330  (inoffizielle Zahl höher?)

China – ca. 2.306  (inoffizielle Zahl höher?) 

Schweiz – 1.040  

Indien – ca. 880  

Japan – ca. 846  

Niederlande – ca. 612–640 (je nach Quelle knapp vor der Türkei)

Großbritannien verfügt offiziell (nur) über 310,29 Tonnen offizielle Goldreserven. Das ist eine Menge, die seit mehr als zwei Jahrzehnten konstant geblieben ist. Seit den umstrittenen Verkäufen unter dem ehemaligen Premierminister Gordon Brown Anfang der 2000er Jahre hat die "Bank of England" weder nennenswert zu- noch verkauft. Das entspricht etwa 20,36 Prozent der gesamten internationalen Reserven des Landes und macht Großbritannien zu einem der soliden, aber nicht mehr top-platzierten Goldhalter weltweit. Im aktuellen Ranking (Stand Ende Dezember 2025, veröffentlicht Februar 2026 vom World Gold Council und IMF-Daten) liegt das Vereinigte Königreich auf Platz 17 bis 18, knapp hinter Ländern wie Saudi-Arabien (ca. 323 Tonnen) oder Kasachstan (ca. 333 Tonnen), aber deutlich hinter den Top-10. 

ABER: Die "Bank of England" ist einer der größten Goldverwahrer der Welt (insgesamt lagern dort mehrere Tausend Tonnen, darunter viel fremdes Gold für andere Staaten und Institutionen). Das meiste Gold befindet sich im berühmten Goldgewölbe der "Bank of England" in London (Threadneedle Street). 

Damit sind wir bei einer wichtigen Frage:

Wo lagern die goldenen Schätze der großen Staaten eigentlich?

Die Zeiten, in denen ein Großteil des europäischen Goldes in ausländischen Tresoren lagerte, sind weitgehend vorbei. Nach der großen Repatriierungswelle zwischen 2013 und 2020 – vor allem aus New York und London – befinden sich die Reserven der großen Staaten heute überwiegend im eigenen Land:

Die USA halten den Löwenanteil in Fort Knox (Kentucky), ergänzt durch Tresore der Federal Reserve Bank of New York (die auch viel fremdes Gold verwahrt), Denver, West Point und San Francisco.  

Deutschland hat seit 2017 etwa die Hälfte in Frankfurt bei der Bundesbank gelagert – nur noch kleinere Restbestände verblieben im Ausland.  

Italien und Frankreich bewahren ihr Gold fast vollständig im Inland auf: in Rom bzw. Paris.  

Russland und China lagern praktisch alles domestisch. Die genauen Orte der chinesischen Reserven bleiben ein Staatsgeheimnis. Die Russland haben ihre Haupt-Golddepots in Moskau und St. Petersburg.

Die Schweiz vertraut vor allem auf sichere Tresore in Bern und Zürich, mit kleineren Anteilen in London und New York.  

Indien hortet den Großteil in Mumbai bei der Reserve Bank of India.

Schwellenländer stocken besonders stark ihre Reserven auf, Industrieländer halten sie konstant

Während westliche Industrieländer ihre Bestände seit Jahrzehnten weitgehend konstant halten, zeigt sich bei Schwellen- und Aufstiegsländern eine klare Trendwende: Polen, die Türkei, Indien und Usbekistan haben 2025 erneut kräftig zugegriffen.

Experten rechnen damit, dass die Zentralbanken auch 2026 netto Hunderte Tonnen hinzukaufen werden. Prognosen von J.P. Morgan sehen allein für dieses Jahr Käufe in Höhe von rund 755 Tonnen.

Gold wird auch als geopolitisches und finanzpolitisches Mittel gehortet 

In Zeiten von Handelskriegen, Sanktionen und Inflationsängsten dient Gold vielen Staaten als geopolitische Versicherung und Diversifikationsinstrument. 

Die USA mögen weiterhin uneinholbar führen – doch der Abstand zu den ambitionierten Aufsteigern schrumpft langsam, aber stetig.

Ob das gelbe Metall in den kommenden Jahren weiter an Glanz gewinnt, hängt auch von der globalen Zinspolitik und den weiteren Käufen der Zentralbanken ab. Eines ist jedoch klar: In den Tresoren der Welt ruht ein Vermögen, das still, aber mächtig Einfluss auf die Weltwirtschaft nimmt.

Sven von Storch

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Kommentare

Das Problem ist das Papiergold. Zertifikate also wo Gold draufsteht aber keinen physischen Gegenwert hat. Diese Papiere sind mindestens zweihundertfach überzeichnet. Der Einbruch des Goldpreises Anfang dieses Jahres ging auf massive Verkäufe dieses Papiergoldes zurück. 

Deshalb der Rat: Ausschließlich physisches Gold kaufen, am besten zertifiziertes. 

Die Zahlen zu Chinas Goldreserven stimmen meinen Informationen nach nicht. Die sind sehr viel höher. Auch Russland hat wieder aufgestockt um den Rubel Goldgedeckt abzusichern. 

Gerade China und Russland gehen wegen der ständigen Erpressungen Washingtons aus dem Dollar raus und sichern ihre Währungen mit Gold ab. Kein Wunder also, daß der Rubel zu der stabilsten Währung weltweit gehört. 

Glass Steagall Act

26.02.2026 | 12:55

Namhafte Experten gehen davon aus, dass China bereits bis zu über 20.000 Tonnen Gold eingelagert hat! Gleichzeitig sagen sie, dass die USA nicht mehr 8.000 Tonnen haben, allein schon wegen der ständigen künstlichen Drückerei des Geldpreises die letzten Jahrzehnte. Letztendlich ist es auch egal, wieviel die Staaten haben. Wichtig ist, was der Bürger hat, denn der Wert des Geldes wird immer schneller entwertet, je näher wie dem Ende dieses Geldsystems kommen! Ich kann nur jedem empfehlen, löst eure Sparkonten und Lebensversicherungen auf und legt es systematisch in physische Goldreserven an oder Silber, wo beim Kauf noch 19% MwSt. oben drauf kommen. Gold ist MwSt. frei.

Je näher wir dem Ende des alten Geldsystems kommen, umso schneller „steigen“ diese Metalle. Anders ausgedrückt, sie halten den Wert, während das Geld seinen Wert ständig verliert. In der Schlussphase wird das Verhältnis immer drastischer!

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