Bolsonaro ist für die Mainstream-Medien der Trump Südamerikas. Leben wir in einer Zeit des Kulturkampfes, der mittlerweile die ganze westliche Welt umfasst?
Fasst scheint es so. Die internationalen Mainstream-Medien haben sich eingeschossen auf die wertekonservativen Regierungen in den USA, Italien, Ungarn, Polen und nun auch Brasilien.
Kaum im Amt, wird Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro mit Donald Trump gleichgestellt und in einer Reihe mit Matteo Salvini, Giuseppe Conte, Victor Orbán wie Konterrevolutionäre behandelt und beschrieben wie jemand, den man irgendwie ideologisch bekämpfen müsse.
»Welt-Online« bezeichnet Bolsonaro als »Mini-Trump« und als »Rechtspopulist«. Weil er wie Trump vor der Wahl ein paar politisch unkorrekte Sprüche gesagt hatte, werden diesem ihm nun permanent hinterhergetragen, gerade so, als hätte man es mit einem homophoben Waffennarren zu tun.
Auslöser des aktuellen Welt-Artikels war die Rede des Präsidenten in Davos. Dort kündigte Bolsonaro an, die brasilianische Wirtschaft für ausländische Investoren zu öffnen, massive Steuersenkungen umzusetzen und den Staatshaushalt auszugleichen. Außerdem versprach Bolsonaro, die Bürokratie abzubauen. Eigentlich positive Aussagen, die jeden Investor erfreuen müssten. Doch im Welt-Artikel klingt es so, als sei seine Rede eine riesige Enttäuschung, weil er das Rentenproblem nicht ansprach.
Bei Bolsonaro wird sich darauf einstellen müssen: Wie bei Donald Trump wird die internationale Presse immer ein Haar in der Suppe finden, um die Schlagzeilen so zu verdrehen, dass ein negatives Image hängen bleibt.


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