Nordkoreas Dikator droht mit Atomkrieg. Der US-Außenminister Rex Tillerson tourt durch Ostasien, um einen Eindruck von der Lage zu bekommen. Japan und Südkorea sind besorgt. China hält sich zurück. Dabei ist das Reich der Mitte der einzige Staat, der Nordkorea bändigen könnte. Denn die Tatsache, dass der rückständige steinzeitkommunistische Staat überhaupt noch existiert, liegt einzig und allein an der Wirtschaftshilfe aus China.
Doch die Drohungen Kim Jong Uns gefallen auch den Chinesen nicht. Sie haben ebenfalls kein Interesse daran, dass Nordkorea zur Atommacht wird. Dieses Privileg in Ostasien wollen sich China und Russland vorbehalten.
Besonders prekär ist allerdings, dass die Drohungen des jungen Dikators mit seiner Machtposition im eigenen Lande zu tun haben könnten. Immer wieder gibt es Hinweise auf interne Ränkekämpfe. Daher auch die Exekutionen in seinem Umfeld. Es besteht die Gefahr, dass das Säbelrasseln von den internen Kämpfen ablenken soll oder einen Vorwand bieten könnte, im Innern noch härter gegen Kritiker in den eigenen Reihen vorzugehen. Nieman weiß, wie realistisch Kim Jong Uns Weltbild ist. Kann er die Weltlage überhaupt richtig einschätzen? Wie zurechnungsfähig ist er? Wie groß ist der Einfluss der Chinesen auf seine persönlichen Entscheidungen? All diese Fragen sind aufgrund der schlechten Nachrichtenlage ungeklärt. Doch es ist zu befürchten, dass Kim Jong Un die Situation völlig verkennt und zu Kurzschlusshandlungen neigt. Das könnte fatale Folgen haben.
(Schlagwort: GeoAußenPolitik )


Add new comment