Bereits im April hatte der Ökonom Daniel Stelter im »Manager-Magazin« angemerkt, dass der italienische Staat zwar arm im Sinne von hoch verschuldet sei, aber die italienischen Privathaushalte durchaus wohlhabend im europäischen Vergleich. Die Italiener könnten sehr wohl ihre Probleme selber lösen.
Er schrieb im »Manager-Magazin« folgende Feststellung:
»Eine Vermögensabgabe von einmalig 20 Prozent würde genügen, um die italienische Staatsverschuldung um 100 Prozent vom BIP zu senken – auf ein Niveau unterhalb der deutschen. Die italienischen Privathaushalte hätten selbst nach einem solchen Schnitt noch über mehr Vermögen als die deutschen.«
Er listete dabei folgende Fakten (mit gerundeten Zahlen) auf:
Erstens: »Die Italiener verfügen über ein Privatvermögen von 9900 Milliarden Euro«.
Zweitens: »Die Schulden des italienischen Staates liegen bei 2500 Milliarden Euro«.
Drittens: »Das italienische BIP lag vor Corona bei 1800 Milliarden Euro. Eine Abgabe von 20 Prozent auf das Privatvermögen ergäbe 1980 Milliarden Euro: Der Staat hätte dann Schulden von 520 Milliarden Euro, was weniger als 30 Prozent des BIP entspricht. Wollte man den Schuldenstand auf 60 Prozent des BIP senken, genügte eine Abgabe von 14 Prozent auf das Privatvermögen, um die Staatsschulden so zu senken«.
Weiterhin führte Stelter an, dass die Verschuldung der Privathaushalte in Italien sehr gering sei. Während beispielsweise die Niederlande eine hohe Privatverschuldung aber eine geringe Staatsverschuldung haben.
Hieraus leitet er verschiedene Möglichkeiten ab, wie die Italiener ihren Staat selbst sanieren könnten.
Doch in Brüssel und Berlin scheinen solche Denkbeispiele nicht stattzufinden. Die Deutschen scheinen auf ewig auspressbar zu sein.


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