Die letzten Öllieferungen, die vor dem Konflikt die Straße von Hormus passierten, laufen in diesen Tagen in ihre Raffinerien ein. Danach könnte der Nachschub stocken und Versorgungsengpässe entstehen.
Jetzt wird es richtig ernst
Über die enge Meerenge von Hormus liefen vor dem Konflikt rund 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an Öl und Flüssiggas. Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar sind keine neuen Ladungen mehr unterwegs. Asien deckt etwa 80 Prozent seines Rohölbedarfs aus dem Nahen Osten und hatte daher schon vor der Sperrung Rekordmengen eingekauft, um sich abzusichern. Darunter befanden sich auch Mengen, die eigentlich für Europa und die USA bestimmt waren.
Die letzten Vorkriegstanker auf dem Weg
In den kommenden Tagen erreichen die letzten dieser Tanker ihre Ziele. Bis zum 20. April sollen sie unter anderem Raffinerien in Malaysia und Australien anlaufen. Eine Ladung irakischen Rohöls wird in Kürze in Malaysia erwartet, die letzte Lieferung für die USA trifft ebenfalls in dieser Woche ein. Dänemark erhielt am Wochenende die mutmaßlich letzte Kerosinladung aus Kuwait, und auch die letzte Lieferung nach Afrika wurde am 10. April registriert.
Raffinerien in Asien greifen bereits auf strategische Reserven zurück und kaufen alternativ Öl aus den USA, Kanada, der Nordsee, Südamerika und Afrika. Dennoch reduzieren sie ihren Betrieb, weil der Nachschub aus der Golfregion fehlt.
Preise auf dem Niveau der Finanzkrise
Für sofort verfügbare Ladungen zahlen Raffinerien inzwischen 149 US-Dollar pro Barrel. Ein solches Preisniveau gab es zuletzt am Vorabend der globalen Finanzkrise 2008. Der Bieterwettbewerb zwischen den Käufern treibt die Kosten weiter nach oben. Analysten erwarten, dass der Westen in etwa einem Monat die vollen Auswirkungen spüren wird.
Warnungen von IEA und Industrie
Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht den April als deutlich schwierigeren Monat als den März. IEA-Chef Fatih Birol erklärte am Montag nach der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington, dass im März noch Lieferungen eintrafen, die lange vor Kriegsbeginn verladen worden waren. Seitdem sei nichts mehr nachgeladen worden. "Kein Land ist gegen dieses Problem immun. Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem", warnte Birol.
Die 32 Mitgliedsländer der IEA hatten bereits Anfang März Rekordmengen von 400 Millionen Barrel strategischer Reserven freigegeben, darunter Deutschland mit 19,5 Millionen Barrel.
Sollte die Blockade länger als drei Monate andauern, drohten ernsthafte Versorgungsprobleme bei Kraftstoffen wie Kerosin. Dann müssten Flüge gestrichen und Diesel sowie Flüssiggas rationiert werden.
Trotz der erwarteten Knappheit exportiert Deutschland derzeit sogar Diesel. Experten halten Engpässe bei raffinierten Produkten nicht mehr für ausgeschlossen. Für Verbraucher bedeutet das vorerst weiter hohe Preise und die Gefahr echter Versorgungslücken, falls die Straße von Hormus nicht bald wieder frei wird.


Comments
Wolodja21La@web.de
Die USA kontrollieren den Öl- und Gasmarkt
Warum? Die Zerstörung der Nordstream-Pipeline und die Blockade der Straße von Hormus hat für eine weltweite Energiekrise hervorgerufen. Zudem profitieren US-Firmen für Flüssiggas und Erdöl von der Sabotage und Blockade. Zu den größten Opfern zählen die rohstoffarmen Länder wie Deutschland, Japan und Südkorea. Sozusagen macht die US-Politik Deutschland platt ! Die Altparteien zeigen sich hier ignorant gegenüber den Verbrauchern und zeigen ihre ASOZIALE SEITE !
... „Die letzten…
... „Die letzten Öllieferungen, die vor dem Konflikt die Straße von Hormus passierten, laufen in diesen Tagen in ihre Raffinerien ein. Danach könnte der Nachschub stocken und Versorgungsengpässe entstehen.“ ...
Ja mei: Bleibt nicht auch deshalb nach wie vor unklar, ab wann die Spritpreisbremse greifen soll???
https://rtde.org/inland/277119-versagertruppe-hektische-massnahme-oekonomen-nehmen/
Bei einem echten…
Bei einem echten Generalstreik (kein Autokorso mit dem Namen) mit Blockade aller wichtigen Autobahnen wäre des Regime binnen 3 Tagen Geschichte.
... „die letzte Lieferung…
... „die letzte Lieferung für die USA trifft ebenfalls in dieser Woche ein.“ ...
Was sich für Washington wirtschaftlich etwa schon deshalb extrem auswirken wird, weil die USA nach eigenen Angaben der weltweit führende Ölproduzent sind??? https://www.google.com/search?q=trump%3A+die+usa+sind+der+gro%C3%9Fte+erd%C3%B6lexporteur+der+welt&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&oq=trump%3A+die+usa+sind+der+gro%C3%9Fte+erd%C3%B6lexporteur+der+welt&gs_…
Ist es aber auch möglich, dass die USA den Kauf russischen Öls etwa nur deshalb vorübergehend erlauben https://www.tagesschau.de/ausland/usa-russisches-erdoel-100.html, weil Trump unbedingt will, dass Putin sein Freund ist“??? https://www.tagesspiegel.de/politik/ukraine-debatte-bei-markus-lanz-trump-will-unbedingt-dass-putin-sein-freund-ist-13726942.html
Wenn Deutschland bei der…
Wenn Deutschland bei der jetzigen Lage Diesel exportiert, sehe ich dies als eine bodenlose Frechheit und Verantwortungslosigkeit an. Durch diese zusätzliche Verknappung werden die Preise noch mehr steigen, wodurch die Dieselfahrer noch mehr belastet werden; für die Transporteure werden die Kraftstoffkosten noch höher und damit die Waren noch teurer. Zuletzt drohen massive Versorgungsprobleme, weil kein Kraftstoff mehr vorhanden ist um die Güter zu transportieren. Ein Horrorszenario, das noch die Versorgungskrise während "Corona" in den Schatten stellt.
Die Forderungen der…
Die Forderungen der Kriegsparteien liegen jetzt auf dem Tisch und es wird verhandelt. Knackpunkt wird die iranische Urananreicherung sein. Die Gebühren für die Hormus-Durchfahrt der Tanker gehen zu Lasten der Abnehmer.
Die alte Führung im Iran wurde grösstenteils ausgeschaltet und die Nachfolger sind jetzt auch gegenüber der eigenen Bevölkerung in der Pflicht und hoffentlich klug genug zu erkennen, dass mehr Unterdrückung des eigenen Volkes dem Regime nicht nutzt.
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