Kardinal-Maradiaga-Finanzskandal

Vatikan-Reform-Kardinal erhält über 40.000 US-Dollar Monatsgehalt

Kirche für die Armen? Krude Verhältnisse bei Bergoglio: Einer der engsten Papstratgeber schröpft aus den Pfründen einer katholischen Universität.

Freie Welt

Über 40.000 US-Dollar im Monat kassiert Papst Franziskus' Top-Kandidat für die Kurienreform. Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga, der Erzbischof von Tegucigalpa, Honduras, erhält dieses astronomische Gehalt von der Katholischen Universität Honduras als deren Präsident.

Die Enthüllung brachte die italienische Zeitung L’Espresso während der "Weihnachtspause" ans Tageslicht.

Zusätzlich zu seinem Gehalt von 41.600 US-Dollar wurde dem Kardinal ein Weihnachtsbonus in Höhe von 64.200 US-Dollar gewährt. Allein im Jahr 2015 schröpfte der Kardinal aus der katholischen Universität über 600.000 US-Dollar aus den Rücklagen.

Gleichzeitig verbuchte die Universität mysteriöse Ausgaben in Millionenhöhe, die verschiedenen Unternehmen zugespielt wurden.

Die Finanzreform war seit der Wahl von Papst Franziskus im Jahre 2013 eines der Top-Themen des Pontifikats. Der als großer "Reformer" bejubelte Pontifex hatte dazu eine Gruppe von neun Kardinälen – die sogenannte Gruppe "C9" eingesetzt, um eine Kurienreform zu entwerfen und zu beschleunigen.
Ein Mitglied dieser C9-Gruppe ist Maradiaga, nach den neuen Enthüllungen offensichtlich untauglich für die Position, zuständig für eine Finanzreform zu sein.


Kardinal Maradiaga hatte in der Vergangenheit auf Radio Vatikan versichert, dass er ganz auf Franziskus‘ Seite stehe, "eine arme Kirche für die Armen" zu wollen. "Franziskus hat sich von Beginn [seines Pontifikats] an als Anwalt derer gesehen, die von der Wirtschaft und Wohlstandgesellschaft vergessen wurden."

Maradiagas üppiges Gehalt straft den Kardinal "der Kirche der Armen" Lügen.

Dass der Kardinal weiß, wie Geld zu beschaffen ist, zeigen Vatileaks-Dokumente aus dem Jahr 2015. Der Milliardär George Soros hatte im Oktober mit seiner "Open Society Foundation" versucht, die Papstreise in die USA zu beeinflussen. Das geleakte Dokument belegt, dass 650.000 US-Dollar an das PICO-Netzwerk überwiesen wurden, geknüpft an folgende Bedingung: Kardinal Maradiaga als engster Berater des Papstes sollte diesem den Rat geben, bei seinem Amerika-Aufenthalt mit keinem Wort das brisante Thema des Lebensschutzes zu thematisieren.

Große Enttäuschung verursachte in der Tat bei den katholischen Lebensrechtlern das Fehlen jeglicher unterstützender oder anerkennender Worte von Seiten des kirchlichen Oberhauptes bei dessen Besuch.

Trotz seiner Doppelmoral nahm Kardinal Maradiaga in der Vergangenheit kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging, Mitbrüder im Kardinalat zurechtzuweisen.

Eines "neuen Pharisäertums" bezichtigte er die vier "Dubia"-Kardinäle Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner, als sie den Papst um Klärung zu Fragen der katholischen Ehemorallehre baten.

Bisher gab es keine öffentliche Stellungnahme des Kardinals zu den finanziellen Enthüllungen.

Sven von Storch

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