Immer mehr Länder in der Welt distanzieren sich von Amerika

US-Verbündete bauen Abhängigkeiten ab: Das hat bereits Folgen für die USA

Immer mehr europäische Staaten, Partner in Asien und im Nahen Osten reduzieren ihre Abhängigkeit von den USA. Statt China rückt nun die eigene Schutzmacht in den Fokus der Sorge. Eine globale Strategie der Distanzierung könnte die amerikanische Vormachtstellung langfristig schwächen.

Donald Trump


Vor drei Jahren rief Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, zu einer Strategie des "De-Risking" gegenüber China auf. Ziel war es, die Abhängigkeit von dem wirtschaftlichen Riesen durch eigene Kapazitäten und breitere Partnerschaften zu verringern. Heute, im Jahr 2026, bleibt das De-Risking ein zentrales Thema für europäische Politiker – nur dass der Hauptgrund zur Sorge nicht mehr Peking, sondern Washington ist. Das stellte nun auch die "New York Times" fest.

Unter der zweiten Trump-Administration arbeiten europäische Entscheidungsträger trotz öffentlicher Beschwichtigungsversuche daran, ihre langjährige Abhängigkeit von den USA in Verteidigung, Energie und Technologie zu mindern. Sie stärken heimische Industrien und knüpfen neue Beziehungen zu anderen Ländern. Besonders deutlich wurde dies beim jüngsten NATO-Gipfel in Ankara, wo Präsident Trump erneut Drohungen gegen Verbündete wie Dänemark und Spanien aussprach.

Ein globales Phänomen der Distanzierung

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Europa. Auch Führungsfiguren amerikanischer Partner in Asien und im Nahen Osten verfolgen ähnliche Ansätze. Die Politik der Trump-Regierung, geprägt von Korruptionsvorwürfen, Handelskonflikten, militärischen Abenteuern und unberechenbaren Regulierungen im Bereich Künstliche Intelligenz, hat zu einem neuen Kapitel in den internationalen Beziehungen geführt: einer beinahe weltweiten Strategie, sich von der mächtigsten Nation der Erde zu distanzieren.

Lange Zeit galten die USA als "unverzichtbare Nation". Verbündete suchten militärischen Schutz, Marktzugang und technologische Zusammenarbeit, was wiederum der amerikanischen Wirtschaft und Sicherheit zugutekam. Nun ändert sich das Bild grundlegend.

Konsequenzen für die amerikanische Vormachtstellung

In einer Zeit intensiven Wettbewerbs mit China untergräbt der Verlust enger Partnerschaften die militärische Überlegenheit und technologische Führungsrolle der USA. Die Fähigkeit, auf Chinas industrielle Stärken zu reagieren, leidet darunter. Die Trump-Administration betrachtet schwächere ausländische Bindungen oft als Vorteil, da andere Länder mehr Eigenverantwortung übernehmen und Amerika sich stärker auf eigene Interessen konzentrieren könne.

Doch in einer Welt, in der Großmächte die Abhängigkeit kleinerer Staaten zunehmend als Waffe einsetzen, erweist sich Selbstständigkeit als eigene Form der Macht. Das globale De-Risking trifft bereits amerikanische Bürger zu Hause: durch geschwächte Allianzen, wirtschaftliche Nachteile und eingeschränkte Handlungsspielräume auf der internationalen Bühne.

Ausblick: Eine neue Ära der Eigenständigkeit

Wer auch immer Donald Trump im Weißen Haus ablösen wird, tritt ein Amt an, in dem sich Staaten weltweit nicht mehr primär fragen, was Amerika für sie tun kann, sondern wie sie möglichst unabhängig agieren können. 

Die Distanzierung der Partner markiert einen tiefgreifenden Wandel. Für die USA bedeutet dies eine Herausforderung, die über die aktuelle Administration hinausreicht und eine Neubewertung der eigenen Rolle in der Welt erfordert.

Sven von Storch

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Kommentare

Das Amerika nichts und niemanden schützen will und kann, außer seiner eigenen hegemonialen Interessen, dürfte mittlerweile international auch das kleinste Licht verstanden haben - Beispiel Naher Osten: Nicht nur die Saudis werden sich fragen wozu sie die Stationierung von US-Truppen in ihrem Land zugelassen haben und weshalb sie den Amis Jahr für Jahr Milliarden an Dollars für ihren "Schutz" in den nimmersatten Rachen schmeißen. Wenn es nur um die Machtabsicherung und den Schutz vor der EIGENEN Bevölkerung geht, könnten das diese ganzen Operetten-Diktaturen da unten wesentlich billiger haben.

Wer jetzt noch auf die USA baut, ganz gleich wofür, und worum es geht, der hat noch nicht erkannt und begriffen, dass sich die Amis nahezu in allen Bereichen auf dem absteigenden Ast befinden. Dieser von Trump und Netanjahu begangene Angriffskrieg gegen den Iran hat es doch nun wirklich deutlich genug gemacht und gezeigt, dass "man" auf dieses Pferd nicht mehr setzen sollte. Nicht nur, weil die USA offenbar nicht einmal mehr militärisch erfolgreich sein können. Sie sind ja AUCH bis über die Ohren verschuldet und, weil die ihre Wirtschaft seit Jahren genauso vernachlässigen wie z. B. die Deutschen - obwohl Trump dem amerikanischen Volk etwas ganz anderes versprochen hat. Die Amis pumpen nun auch alles in ihre Rüstung, was aber letzten Endes nicht nur falsch ist, sondern nichts bringen wird. Denn auch darin sind die Chinesen und Russen den Amis längst überlegen. Bevor die Amerikaner, was modernste Militärausrüstung betrifft, mit diesen beiden Ländern wieder Schritt halten oder konkurrieren können oder könnten, werden Jahre vergehen. Von der wirtschaftlichen Überlegenheit Chinas ganz zu schweigen. Da können sich die Amis einfallen lassen, was die wollen, um China blockieren zu wollen. Diesbezüglich sind die Chinesen nicht aufzuhalten. Und DAS sollten nicht nur die USA bzw. Trump begreifen. DAS sollte auch Europa akzeptieren. Aber egal, ob die das tun oder nicht. China prescht weiter voran. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist China die wirtschaftliche Weltmacht Nr. 1! Ob das den Amis oder den Europäern nun gefällt oder nicht. DAS ist die Realität. Denn was hatte einst Gorbatschow gesagt? "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"!

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