Der US-amerikanische Investor Stephen Lynch will die Nord-Stream-2-Pipeline kaufen, sollte sie demnächst versteigert werden [siehe Berichte »FAZ«, »Welt«, ursprünglich berichtete das »Wall Street Journal«]. Die Pipeline gehört zum größeren Teil dem russischen Unternehmen Gazprom und zu weiteren Teilen deutschen Unternehmen wie E.ON und Wintershall.
Lynch soll bereits über umfangreiche Erfahrungen mit Geschäften in Russland gesammelt haben. Er steht gut mit der Trump-Regierung und hat Kontakte zur russischen Regierung. Seiner Meinung nach sei es für die USA von Vorteil, wenn sie selbst die Kontrolle über Nord Stream 2 hätten. Man könnte dann dies als Druckmittel gegen Russland einsetzen.
Immerhin ist Lynch ein Trump-Unterstützer und befürwortet Trumps Vorhaben, in der Ukrainefrage für Frieden zu sorgen. Er hat Trumps Wahlkampf finanziell unterstützt. Umgekehrt braucht er die Erlaubnis Washingtons, den Kauf zu tätigen, da es sich um ein offiziell mit US-Sanktionen belegtes Projekt handelt.
Wie kommt Lynch überhaupt auf die Idee, dass die Pipeline demnächst versteigert werden könnte? Die Antwort ist: Er setzt darauf, dass ein insolventes Tochterunternehmen des russischen Energiekonzern Gazprom seine Schulden nicht umstrukturieren kann und seine Vermögenswerte auflösen muss.


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