Das war eine schallende Ohrfeige für Therea May: Das britische Unterhaus hat mit 432 zu 202 Stimmen den Brexit-Deal mit der EU abgelehnt [siehe Berichte »Focus-Online«, »FAZ«, »n-tv«]. Damit wird ein geordneter Austritt immer unwahrscheinlicher.
Interessant war die Reaktion in weiten Teilen der Bevölkerung: Sowohl Brexit-Gegner als auch Brexit-Befürworter freuten sich über das Ergebnis der Abstimmung. Die Brexit-Gegner wittern Hoffnung, dass Großbritannien vielleicht doch noch in der EU bleiben könnte. Und die Brexit-Befürworter hoffen, dass der Brexit nun schneller und radikaler vonstatten gehen könnte. Beides ist möglich. Die Situation ist völlig offen.
Ein zweites Brexit-Referendum wird es wohl nicht geben. Dafür scheint es im Parlament keine Mehrheiten zu geben. Auch scheint nach Umfragen die Stimmung im Lande wohl unverändert: Die eine Hälfte der Briten wünscht den Brexit, die andere ist dagegen, wobei die Brexit-Befürworter wohl noch eine sehr knappe Mehrheit stellen.
Einen Aufschub des Brexits wird es wohl auch nicht geben. Therea May hat sich deutlich dagegen ausgesprochen. Die Opposition ist in Rage. Corbyn hat ein Misstrauensvotum angekündigt.
Zurücktreten will May nicht [siehe Bericht »t-online«]. So, wie es momentan aussieht, wird May am kommenden Montag wohl einen »Plan B« präsentieren.
In Irland und Nordirland stellt man sich inzwischen auf einen »harten Brexit« ein. Gerade die Grenze auf der irischen Insel ist ein großes Politikum in der Brexit-Debatte, weil Irland in der EU verbleibt.


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