Gegenüber der Presse bestätigte die Universität Bonn arbeitsrechtliche Schritte gegen Ulrike Guérot eingeleitet zu haben. Der Dozentin, die in Bonn seit 2021 die Professur für Europapolitik innehatte, wird vorgeworfen, in einem nicht-wissenschaftlichen Buch plagiiert zu haben. Das Buch war 2016 erschienen und trägt den Titel »Warum Europa eine Republik werden sollte«. Die Plagiatsvorwürfe stammen von einem Trierer Germanisten, der Guérot in mehreren Gastbeiträgen für die FAZ großflächiges Abschreiben beziehungsweise die Nichtkennzeichnung von Zitaten vorwarf.
Guérot steht weltanschaulich links und ist eine bekennende Verfechterin des EU-Staats. Nun trifft es auch Linke wie sie. Die Wissenschaftlerin hatte sich bereits mehrmals für die Versäumnisse ihrer Autorschaft entschuldigt und starken Zeitdruck als Grund angeführt. Sie selbst sieht sich einer Rufmordkampagne ausgesetzt. Auf Twitter schrieb sie, dass sie die erste Person wäre, der wegen eines Plagiats gekündigt werde.
In der Tat war die Publizistin in den letzten Jahren mit mangelnder Linientreue zum Regierungskurs und dem Aussprechen tabuisierter Wahrheiten aufgefallen. Erst letztes Jahr hatte sie ihr Buch »Wer schweigt, stimmt zu« veröffentlicht, in dem sie mit den antifreiheitlichen Corona-Maßnahmen der Regierung hart ins Gericht ging und einen internationalen Strafgerichtshof für die in der Pharmabranche tätigen Verantwortlichen einforderte. Guérot wurde daraufhin von den Medien als Querdenkerin beschimpft, die Verschwörungstheorien bediene.
Seit vergangenem Jahr äußerte sich Guérot zunehmend kritisch zum Kriegskurs der Regierung im Ukraine-Konflikt. Zusammen mit dem Autor Hauke Ritz wirft sie der deutschen Regierung vor, Deutschland und Europa von den USA gängeln und in einen Stellvertreterkrieg mit Russland treiben zu lassen. Sie zählt außerdem zu den Erstunterzeichnern des »Manifests für den Frieden« von Alice Schwarzer und der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Das gab bei der Uni Bonn wohl den Ausschlag. Einer unbequemen Kritikerin wurde jetzt die akademische Bühne genommen.
Ein Gastbeitrag der Initiative »Meinungsfreiheit für die Bürger«


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