Rechtsstreit: TikTok widerspricht irischer Datenschutzentscheidung und legt Berufung ein

TikTok hat zwischen 2020 und 2023 personenbezogene Nutzer-Daten an China gesendet

TikTok hat auf eine Entscheidung der irischen Datenschutzkommission reagiert, die das Unternehmen wegen unzureichender Datenschutzmaßnahmen bei der Übermittlung von Nutzerdaten aus Europa nach China kritisiert. Das Unternehmen widerspricht der Vorwürfe und hat Berufung eingelegt. Ein Gericht hat die Maßnahmen vorerst ausgesetzt.

TikTok auf einem Handy


Siehe hierzu Stellungnahme von TikTok HIER

Die irische Datenschutzkommission (DPC) hatte am 30. April 2025 festgestellt, dass TikTok zwischen 2020 und 2023 personenbezogene Daten von Nutzern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nach China übertragen hat, ohne ein angemessenes Schutzniveau nach DSGVO-Standards nachzuweisen. 

Dafür verhängte die Behörde eine Strafe von insgesamt 530 Millionen Euro. TikTok wurde aufgefordert, den Fernzugriff auf diese Daten innerhalb von sechs Monaten DSGVO-konform zu gestalten, andernfalls drohte eine Aussetzung der Übermittlungen.

TikToks Stellungnahme und Project Clover

TikTok betont in seiner offiziellen Aktualisierung, dass es den Datenschutz ernst nimmt und widerspricht der Entscheidung der DPC entschieden. Das Unternehmen hat vollumfänglich Berufung beim High Court of Ireland eingelegt. Am 14. November 2025 setzte das Gericht die Anordnungen der DPC vorläufig aus, bis über die Berufung entschieden ist. Dadurch bleiben die Datenübermittlungen vorerst erlaubt. TikTok verweist auf seine Initiative „Project Clover“, eine Investition von 12 Milliarden Euro in europäische Datensicherheit. Dazu gehören unabhängige Überwachung durch die NCC Group, Speicherung europäischer Nutzerdaten in Rechenzentren in Norwegen, Irland und den USA sowie strenge Zugriffskontrollen und Anonymisierung sensibler Daten. Mitarbeiter in China hätten keinen Zugriff auf vertrauliche Informationen wie Telefonnummern oder IP-Adressen.

TikTok wehrt sich und legt Berufung ein

TikTok argumentiert, dass Project Clover die Bedenken der DPC bereits ausgeräumt habe, und kritisiert, dass die Behörde die Maßnahmen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die endgültige Klärung liegt nun beim High Court. Bis dahin müssen Nutzer über die Entscheidung informiert werden. Die Debatte um Datentransfers in Drittländer wie China bleibt ein zentrales Thema im europäischen Datenschutz und könnte weitreichende Folgen für globale Plattformen haben.

Sven von Storch

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Kommentare

Das wundert mich nicht und bringt mich auch nicht aus der Fassung, die Chinesen tun mir nichts.

Aber schlimmer ist es, wenn Daten aus TikTok in die Hände unseres verkommenen BfV kommen, da habe ich Bedenken bezüglich Menschenrechte.

Darüber regen sich die Iren auf ? Daten werden bei den meisten Programmen gesammelt und irgendwohin geschickt. Bei Windows 10 hat man bis heute nicht genau herausbekommen, wohin genau die Daten gesendet wurden und werden. Windows Vista war im Prinzip Spyware mit ein bischen Betriebssystem.

Die Betriebssysteme von Windows, WhatsApp, Facebook, Twitter und wie die alle heißen, sammeln genauso Daten und übermitteln die Wer-weiß-wohin. Vermutlich in die USA. Meist werden die Daten dann weiterverkauft an den Meistbietenden.

In dem speziellen Fall von TikTok sind sie eben nach China gegangen.

Das sollte jeder Nutzer wissen, BEVOR er mit dem Computer arbeitet. Leider schalten viele nicht das Hirn ein.

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