Das Regime des Assad-Clans ist nach über einem halben Jahrhundert Geschichte. Die Dschihadisten der islamistischen Miliz »Haiat Tahrir al-Scham« (HTS) haben nach Aleppo nun auch die syrische Hauptstadt Damaskus eingenommen [siehe Bericht der Nachrichtenagentur AP].
Syrischen Medienberichten zufolge soll Bashar al-Assad außer Landes geflohen sein. Es gibt Gerüchte, dass er sich nach Katar abgesetzt habe. Anderen Gerüchten zufolge soll er nach Russland geflohen sein.
Nach zwei Wochen intensiver militärischer Operationen und monatelangen Vorbereitung ist den Dschihadisten der Coup gelungen, die Hauptstadt zu besetzen. Es wurde mehrfach darüber berichtet, dass es wenig Widerstand gegeben haben soll. Offenbar haben Teile der syrischen Armee davon zuvor gewusst und sich abgesetzt.
Für Russland und den Iran ist es eine geostragische Wende und große Niederlage. Die geopolitischen Karten im Nahen Osten werden neu gemischt.
Für die Türkei und Israel ist es ein Vorteil. Beide Länder haben im Hintergrund mitgewirkt, die Assad-Regierung zu schwächen, wenn auch aus unterschiedlichen Interessen heraus. Israel sah das Assad-Regime als Teil der schiitisch-alawitischen Achse Hisbollah/Libanon-Assad/Syrien-Schiiten/Südirak-Iran und seit fünf Jahrzehnten als geopolitischen Gegner, weshalb Israel immer noch die Golan-Höhen besetzt hält.
Für die Türkei spielt es eine große Rolle, Kontrolle über die Kurdengebiete im Norden Syriens zu erhalten, weil von dort aus immer wieder kurdische Organisationen und Milizen in Anatolien unterhalten werden.
Gemischte Stimmung in Damaskus
Die arabischen Medien zeigen hauptsächlich jubelnde Syrer in den Straßen von Damaskus, die den Sturz des Regimes feiern. Ein anderer Teil der Bevölkerung hat sich in die Wohnungen zurückgezogen und wartet ab: Dies sind die Alawiten, Schiiten, Drusen, Christen und andere Minderheiten für die Assad eine Art Schutzschild gegen die sunnitische Mehrheit war.
Nach Berichten der »Times« haben die islamistischen Rebellen den Palast des Präsidenten gestürmt.
Die Dschihadisten sollen mitlerweile auch die iranische Botschaft in Damaskus gestürmt haben.
Benjamin Netanjahu spricht von einem historischen Tag für Syrien und den Nahen Osten.


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