In Syrien flammt der Krieg wieder auf. Dschihadisten der islamistischen Miliz »Haiat Tahrir al-Scham« (HTS) haben Teile von Aleppo eingenommen. Ihnen hat sich eine Allianz weiterer separatistischer Gruppen und Assad-Gegner angeschlossen.
Russische Kampfflugzeuge sollen auf die Situation reagiert haben und Lufteinsätze über die Region von Aleppo geflogen sein [siehe Bericht »BILD«]. Auch in der Region von Idlib soll es wieder Kämpfe gegegen haben. Syrische Truppen versuchten mit russischer Luftunterstützung Konterangriffe zu starten.
Laut Presseberichten sollen die Dschihadisten zudem bereits 50 kleinere Ortschaften in der Nähe von Aleppo und Idlib eingegnommen haben [siehe Bericht »Tageschau.de«].
Handelt es sich bei der Miliz »Haiat Tahrir al-Scham« (HTS) um harmlose Freiheitskämpfer? Nein! Es ist eine Nachfolge-Organisation der »Al-Nusra«, dem syrischen Ableger von »Al-Qaida« und somit eine radikal-sunnitische Organisation wie der »Islamische Staat (IS)«.
Das bedeutet: Bürger, die sich mit der Assad-Regierung arrangiert hatten, und religiöse Minderheiten (Drusen, Schiiten, Alawiten, Christen), sehen sich womöglich wieder islamisitischem Terror ausgesetzt.
Die Dschihadisten haben sich offenbar ein Zeitfenster zunutze gemacht, weil Russland seine Präsenz in Syrien verringert hatte, um mehr Ressourcen für die Ukraine bereitzustellen. Und weil durch den Israel-Hisbollah-Konflikt die Iran-freundlichen Schiiten-Milizen anderweitig gebunden sind.
Ist es auszuschließen, dass es Geheimoperationen aus Israel oder den USA gibt, um Assad zu schwächen? Es gäbe zumindest Motive: Für die USA wäre jede weitere Verwicklung der russischen Armee in Konflikte eine Schwächung der russischen Schlagkraft in der Ukraine. Und für Israel bedeutet eine Schwächung von Bashar al-Assad eine Schwächung der sogenannten schiitisch-alawitischen Achse (Iran, Süd-Irak, Assad-Regime in Damaskus, Hisbollah im Südlibanon).


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