Die Union liebäugelt mit den Grünen. Die SPD und die Linkspartei auch. Die Grünen sonnen sich in ihrer aktuellen Situation, mit allen gleichzeitig flirten zu können. Droht uns in Deutschland nach der nächsten Wahl eine schwarz-grüne, grün schwarze oder gar eine Jamaika-Koalition?
Das linke Parteienspektrum hat da ganz andere Farbenspiele!
Die Grünen sind mittlerweile offen für die Linkspartei und umgekehrt. Und SPD-Vize Ralf Stegner denkt über eine rot-rot-grüne (realistischer wäre vermutlich grün-rot-rote) Koalition auf Bundesebene nach [siehe Bericht »Tagesspiegel«, »FAZ«]. Seine Hoffnung ist, dass die SPD eines Tages die Union wieder überflügeln kann – da ist er ein Träumer wie Olaf Scholz.
Stegners Kalkül: Im Zweifel würde sich die Grünen eher für links als für rechts entscheiden, also eher mit der SPD und der Linkspartei koalieren als mit der CDU/CSU. Dieser Gedankengang ist nachvollziehbar, weil es zwischen den linken Parteien von grün bis rot mehr Gemeinsamkeiten gibt, von der Multikulti-Migrations-Politik bis hin zur Gender-, Umwelt-, Klima-, Bildungs- und Steuerpolitik. Merkel mag zwar mit ihrer Grenzöffnung und ihrer Klimarhetorik rot-grüne Themen angesprochen haben, aber sie hat nicht die komplette Union hinter sich. Die Grünen vergessen nicht das Eingreifen und die Kritik Seehofers gegen Merkels Asyl- und Sicherheitspolitik. Die aktuellen Entwicklungen in Bremen könnten ebenfalls darauf hindeuten, dass rot-rot-grüne Bündnis-Gedanken auch auf Bundesebene für das linke Spektrum an Attraktivität hinzu gewinnen.


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