Professor Heinsohn kritisiert Corona-Politik:

Statt den Lockdown zu überdenken, wird weiterhin Panik geschürt

Professor Gunnar Heinsohn stimmt der Arbeit des BMI-Mitarbeiters, der die Corona-Maßnahmen kritisierte, weitgehend zu. Die Kollateralschäden der Maßnahmen seien wohl größer als die Gefahr durch das Virus.

Freie Welt

In einem Interview mit »Tichys Einblick« äußerte Professor Gunnar Heinsohn Verständnis für die Kritik des BMI-Mitarbeiters Stephan Kohn an den Corona-Maßnahmen der Regierung sowie Unverständnis für die harte Reaktion des Bundesinnenministeriums. In vielen Punkten habe der BMI-Mitarbeiter, dessen Papiere in den letzten Tagen für Aufsehen sorgten, recht gehabt.

Professor Heinsohn äußerte zudem Unverständnis gegenüber der (anfänglichen) Haltung des Robert Koch-Instituts (RKI), die Leichen der an/mit SARS-Cov-2 verstorbenen Personen nicht zu obduzieren. Es sei gut gewesen, dass mutige Personen wie der Hamburger Rechtsmediziner Professor Püschel dennoch Obduktionen durchgeführt haben. Nach rund 100 Obduktionen war dieser nämlich zu dem Schluss gekommen, dass (zumindest unter den untersuchten Toten in Hamburg) nicht ein einziger ausschließlich am neuen Coronavirus verstorben sei.

Man zähle die Coronatoten, obwohl man im Normalfall von ihnen nicht weiß, ob tatsächlich Covid-19 die eigentliche Todesursache gewesen ist, kritisiert Heinsohn.

Derzeit würden 94 »Coronatote« auf eine Million Einwohner gezählt. Selbst wenn man großzügig rechne und die Zahl auf 100 aufrunde und den Anteil der Corona-Infizierten, die ausschließlich (!) an COVID-19 verstorben sind, nicht bei 0 (wie Herr Prof. Püschels Ergebnisse nahelegen), sondern bei 1 ansetzt, dann gäbe es aufs Jahr hochgerechnet vier Menschen pro eine Million Einwohner, die exklusiv am Coronavirus gestorben wären.

Daher sei die Analyse des geschassten BMI-beamten Stephan Kohn, der von einem Fehlalarm sprach, nicht abwegig, findet Prof. Heinsohn. Man hätte also den gigantischen Lockdown überdenken müssen. Doch stattdessen würde man der Öffentlichkeit immer weitere Horrorbilder zeigen.

Auch die Schlussfolgerung des BMI-Mitarbeiters, dass der Kollateralschaden viel größer sei, weil viele Behandlungen bei anderen Menschen ausblieben, um Betten für eventuelle Corona-Fälle freizuhalten, findet Professor Heinsohn nachvollziehbar. Viele wichtige Behandlungen werden verschoben. Dadurch könnten viele Nicht-Behandelte oder Zu-spät-Behandelte sterben.




Sven von Storch

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