Britische Russophobie nimmt erschreckende Ausmaße an

Starmer will Großbritannien kriegstüchtig gegen Russland machen

Die britische Russophobie gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Doch aktuell nimmt sie gefährliche Ausmaße an. Lawrow wirft Großbritannien vor, maßgeblich an den Drohnenangriffen beteiligt gewesen zu sein.

Von allen Ländern ist das Vereinigte Königreich wohl am stärkten gegen Russland im Ukrainekrieg involviert. Selbst die USA (vor allem unter Donald Trump) scheinen zurückhaltender zu sein.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow wirft Großbritannien eine maßgebliche Beteiligung an den Drohnen-Angriffen und Terroranschlägen auf Russland vor.

Keir Starmer will Kriegsbereitschaft (»warfighting readiness«) seiner Bürger

Vor allem die Rede von Keir Starmer vor wenigen Tagen, in welcher er die Bürger Großbritanniens darauf einschwor, kriegsbereit gegen Russland zu werden, sorgte für internationale Beachtung. In diesem Zusammenhang erklärte er den massiven Ausbau der Rüstungsindustrie in Großbritannien.

Britische Russophie hat eine lange Tradition

Großbritannien blickt auf eine lange Geschichte der Spannungen mit Russland zurück. Bereits im 19. Jahrhundert prägte die »Russian Scare« die britische Politik. Angst vor russischer Expansion in Regionen wie Indien trieb die Feindseligkeit. Der Begriff »Russophobie« soll damals aufgekommen sein, wie das »Multipolar«-Magazin betont. Das britische Empire sah Russland als Bedrohung für seine globale Vorherrschaft.

Kalter Krieg und Geheimdienstkonflikte

Der Kalte Krieg verstärkte die Abneigung. Russische Spione agierten in Großbritannien, so MI5-Chef Andrew Parker 2016 in »The Guardian«. Hackerangriffe und der Diebstahl von Militärgeheimnissen schürten Misstrauen. Der Giftanschlag auf Ex-Spion Alexander Litwinenko 2006 und der Nowitschok-Angriff auf Sergei Skripal 2018 in Salisbury wurden Russland angelastet. London reagierte mit Ausweisungen russischer Diplomaten.

Ukraine-Krieg und aktuelle Spannungen

Der Ukraine-Krieg heizte die Stimmung weiter an. Großbritannien unterstützt Kiew massiv, liefert Raketen wie »Storm Shadow«. Russland drohte deswegen mit Angriffen auf britische Militärziele, wie »Zeit-Online« berichtete. Der russische Botschafter in London, Andrey Kelin, warf aktuell Großbritannien vor, ukrainische Drohnenangriffe auf russische Bomber zu unterstützen, so die »Frankfurter Rundschau«.

Mediale und politische Narrative: Russland als Feindbild

Die britische Presse verstärkt die Russophobie. Es wird das Narrativ verbreitet, dass Russland als Bedrohung gelte. In England ist man sogar der Meinung, Russland habe sich in das Brexit-Referendum eingemischt. Solche Berichte nähren die Ansicht, Russland untergrabe westliche Stabilität.

Russland dagegen stufte den British Council als »unerwünscht« ein und warf ihm Spionage vor, schreibt der »Merkur«.

Kritiker sehen in der Haltung Großbritanniens Überreaktionen. Doch eher lässt dies wohl auf eine strategische Vorbereitung der öffentlichen Meinung auf einen größeren Schlagabtausch mit Russland schließen.

Deutschland darf sich nicht in diese Russophobie einbeziehen lassen

Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist: Wollen wir, dass Deutschland sich von dieser Russophobie anstecken lässt? Wollen wir eine Rückkehr des Kalten Krieges mit der Gefahr, jederzeit im atomaren Desaster zu enden? Wichtig wäre es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und mit aller Kraft die Verhandlungen weiter voranzubringen. Dazu muss auch der Druck der Bürger auf Friedrich Merz stark sein, sich für intensivere Verhandlungen und mehr Diplomatie einzusetzen.

Sven von Storch

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