Der tschechische Präsident Miloš Zeman sagte kürzlich, das Motto »Black Lives Matter« sei rassistisch: Es müsse »All Lives Matter« heißen, denn jedes Leben zählt. Er darf das sagen.
In den USA ist das anders. Sprüche wie »Black Lives Matter« sind zum politischen Slogan geworden. Auch Ausdrücke wie »Black Power« sind angesagt.
Als jedoch bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Donald Trump einige Zuschauer »White Power« riefen, berichteten die Medien von »Rassismus.«
Und der Ausdruck »All Lives Matter« ist sogar ein Kündigungsgrund, wie mehrere Amerikaner, darunter auch ein prominenter Sportamerikaner erfahren mussten. Für die 24 Jahre junge Mutter Jessica Doty Whitaker hatte der Spruch »All Lives Matter« sogar tödliche Folgen.
Vor rund einem Jahr trommelten die US-Maintream-Medien sogar Rassismus-Alarm, weil eine Gruppe Studenten ein Flugblatt verteilten, auf dem einfach nur stand: »It's okay to be white«. Ist es denn nicht okay, »weiß« zu sein? Ist das ein Makel?
Umgekehrt schweigen die Mainstream-Medien über die Sprüche, die während der »Black Lives Matter«-Proteste von einigen Extremisten lauthals gerufen und auf viele Denkmäler geschmiert wurden. Dort waren Sprüche zu lesen wie: »Kill all Whites« oder »Kill the Colonizers« oder »Kill the cops«. Anscheinend waren solche Sprüche nicht der Rede wert, ebenso wenig, wie die vielen Opfer der Gewaltausbrüche im Zuge der Unruhen.
Intellektuelle und Journalisten dürfen sich sogar in den Mainstream-Medien Gedanken über Themen wie »Abolishing Whiteness« machen.
Solche doppelten Maßstäbe erschweren die Diskussion, machen die notwendige gesellschaftliche Debatte fast unmöglich, die notwendig ist, damit Menschen aller Hautfarben und kulturellen Hintergründe wieder im Dialog zu einander finden und Frieden einkehrt. In den USA scheint jedoch die gegenteilige Entwicklung einzutreten: anstatt den Dialog zu suchen, wird gespalten. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Radikalisierung und Spaltung bis mindestens zu den Wahlen fortsetzen wird.


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