In vielen Großstädten sind in Apotheken und Drogerien Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken ausverkauft. Die meisten Händler und Apotheken können nicht sagen, wann neue Lieferungen kommen. Es gibt einen Engpass. Auch die Krankenhäuser und Arztpraxen haben keinen Endlosvorrat.
Wie kann das sein? In China werden in Millionenstädten ganze Straßenzüge und Häuserblocks desinfiziert. Auch in Südkorea, Singapur, Taiwan und Japan gibt es wohl noch sehr viel Desinfektionsmittel auf Vorrat.
Und hier in Deutschland reicht es nicht einmal, um die Bevölkerung mit genügend Desinfektionsmittel für die Hände und den Haushalt zu versorgen?
Wie lange ist dieser Rückstand bekannt? Warum wurden keine Vorsorgemaßnahmen getroffen? Ist es nicht naheliegend, dass bei einem nationalen Seuchen- oder Virusnotfall die Bevölkerung mit genügend Desinfektionsmitteln ausgestattet sein muss? Was haben die anderen Staaten begriffen, was Deutschland nicht begriffen hat? Wer ist dafür verantwortlich?
Während in den USA die Einreisebehörden ihre Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen frühzeitig radikal erhöht haben, war man in Deutschland lange Zeit nachlässig. Schon am 31. Januar gab es beispielsweise ein Einreiseverbot aus China. Doch in Deutschland reicht es oft aus, wenn man ein Kärtchen ausfüllt, um in Notfall gefunden und die Kontakte rekonstruiert zu bekommen.
Als im November und Anfang Februar die Nachrichten aus China kamen, schien die Bundesregierung lediglich auf Beruhigung der öffentlichen Stimmung zu setzen. Doch das reicht jetzt nicht mehr.
Nachtrag/Aktualisierung:
Wie die Presse jetzt berichtete, wurden aus Krankenhäusern bereits Desinfektionsflaschen aus den öffentlichen Spendern geklaut. Die »Bild« berichtete, dass aus dem Uni-Klinikum Münster eine gesamte Palette mit Desinfektionsmitteln gestohlen worden sein soll. Der Krankenhaus-Leiter vermutet, dass nicht einmal die Angst vor dem Virus als Motiv diente, vielmehr geht er davon aus, dass die Flaschen gewinnbringend im Internet weiterverkauft würden.
Und der Chef der »Kassenärztlichen Bundesvereinigung« (KBV), Andreas Gassen, sagte dass die Schutzausrüstung für Niedergelassene Ärzte nicht ausreichen wird [»n-tv«].


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