NATO begeht schwerwiegenden Fehler, ständig »rote Linien« Russlands auszutesten

Sergei Lawrow zu Tucker Carlson_ Wir wollen keinen Krieg, aber die Lage ist gefährlich

Tucker Carlson hat den russischen Außenminister Sergei Lawrow interviewt. Dabei wurde Klartext zu Krieg und Frieden gesprochen. Noch gibt es Möglichkeiten, den Konflikt mit Verhandlungen zu beenden.

[Siehe Video von Tucker Carlson im Gespräch mit Sergei Lawrow auf YouTube HIER]

Nach dem Interview mit Wladimir Putin, dass medial viral gegangen war, hat sich der bekannte US-Moderator und Trump-Vertraute Tucker Carlson erneut nach Moskau aufgemacht. Diesmal wurde der russische Außenminister Sergei Lawrow interviewt.

Das Interview eröffnete Carlson mit einer klärenden Frage: Befinden sich die Vereinigten Staaten von Amerika und die Russische Föderation im Krieg miteinander? Lawrow verneinte dies. Krieg würde er das nicht nennen. Auf jeden Fall sei dies etwas, was Russland nicht wolle.

Russland wolle, so Lawrow, möglichst normale Beziehungen zu allen Staaten, auch zu den USA. Wladimir Putin habe oft positive Worte für das amerikanische Volk und die amerikanischen Errungenschaften gefunden. Es gebe keine Gründe dafür, dass Russland und die USA nicht kooperieren könnten.

Auf die Frage von Carlson, warum die US-Unterstützung und Finanzierung von Kräften, mit denen Russland im Krieg ist, und warum die Erlaubnis der USA an die Ukraine, Raketen auf Russland abzufeuern, keine Form des Krieges sei, antwortete Lawrow klärend, dass sich »offiziell« Russland und Amerika nicht im Kriegszustand miteinander befinden.

Allerdings gebe es so etwas wie einen Hybridkrieg. Und dem Kreml sei klar, dass die Steuerung der weitreichenden Marschflugkörper ohne westliches Militärpersonal nicht möglich wäre. Das sei sehr gefährlich, warnt Lawrow.

Außerdem sei es gefährlich, wenn wichtige Persönlichkeiten aus der Politik und den westlichen ThinkTanks offen über die begrenzte Verwendung taktischer Nuklearwaffen reden. Im Westen werde immer wieder versucht, Russland in Bezug auf »rote Linien« auszutesten. Das sei ein sehr schwerwiegender Fehler, meint Lawrow.

Lawrow betont, dass Russland zu Friedensverhandlungen bereit sei, wenn der Westen die Sicherheitsinteressen Russlands ernst nehme und auch die Interessen der russischsprachigen Bevölkerung im Osten der Ukraine, die durch die ukrainische Regierung in ihrer Sprache, Kultur und Religion eingeschränkt wurde.

Spätestens ab 2017 habe die Regierung der Ukraine Gesetze und Maßnahmen beschlossen, die russische Sprache aus den Medien zu verbannen, russische Bücher aus Bibliotheken zu werfen, russische Medien zu verbieten, die russische Sprache aus den Schulen zu verbannen. Das ging so weit, dass zum Schluss der orthodoxen Kirche Beschränkungen auferlegt wurden.

Zum Einsatz der Hyperschallwaffen erklärte Lawrow, dass dies die Antwort darauf sei, dass die NATO der Ukraine erlaubt habe, weitreichende Raketen auf Russland zu feuern. Russland werde auf keinen Fall zulassen, dass die NATO ihr Ziel des »Strategic Defeat of Russia« [der »Strategischen Niederlage Russlands«] erreicht.

Amerika kämpfe mit seinen Verbündeten um die Hegemonie in der Welt, und zwar überall auf der Welt. Russland dagegen kämpfe für seine legitiminen und unmittelbaren Sicherheitsinteressen.

Zu den Sanktionen erklärte Lawrow, dass die RUssen gerne ohne diese leben würden. Aber die Russen lernen mit den Sanktionen, dass es besser ist, weniger von anderen Ländern abhängig zu sein und sich auf sich selbst zu verlassen. Insofern stärken diese Sanktionen Russland. Das Verhätlnis zu China sei dagegen ungetrübt. Die beiden Länder sind Nachbarn und teilen gemeinsame Interessen.

Zu Donald Trump findet Lawrow positive Worte. Trump sei eine starke Persönlichkeit. Trump sei auf Resultate fixiert. Er verhalte sich offen in Bezug auf Russland. Das bedeute aber nicht, dass Trump pro-russisch sei. Trump vertrete deutlich amerikanische Interessen.

[Siehe Video von Tucker Carlson im Gespräch mit Sergei Lawrow auf YouTube HIER]

Sven von Storch

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