Nachdem schon mehrere Friedensforscher, Ex-Generäle und Politiker verschiedener Parteien ihr Unbehagen kundgetan haben, dass Deutschland und Europa mit ihrem Engagement die Gefahr einer Eskalation des Krieges erhöhen, gibt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu, dass ihm die Lage langsam zu brenzlig wird: »Wir müssen aufpassen, dass Deutschland am Ende nicht plötzlich selbst im Krieg ist.« [Siehe Bericht »Spiegel«]
Zwar stehe er hinter den Waffenlieferungen an die Ukraine, sehe aber die Lage nicht so eindeutig wie einige andere Politiker der Union und der Ampel: »Ich bin da weniger euphorisch als Grüne und FDP«. Jedenfalls macht sich Söder »große Sorgen, wie der Konflikt weitergeht«. Deutschland dürfe sich nicht in den Krieg »hineinzerren lassen«, mahnt er.
Bislang sieht es so aus, als wenn ein Riss durch die Union und Ampel-Parteien geht. Vor allem die älteren Politiker warnen vor einer Eskalation, wie Beispiel Klaus von Dhonanyi. Auf der anderen Seite stehen Politiker, die auf der transatlantischen Argumentationsschiene fahren und mehr Waffenlieferungen fordern, wie Friedrich Merz, Norbert Röttgen oder Anton Hofreiter. Politiker wie Olaf Scholz und Robert Habeck scheinen zwischen beiden Polen zu oszillieren.
Am Ende steht die Frage im Raum, ob die Europäer wie die »Schlafwandler« von 1914 in eine Katastrophe hineinstolpern, die niemand gewollt hat.


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