Seien wir ganz ehrlich: Wann immer eine große Koalition das Land regiert, verlieren die großen Parteien und gewinnen die kleinen Parteien an Wähler. Das war auch in den letzten Jahren so. Die einzige Möglichkeit, die große Koalition bei der kommenden Wahl zu stärken, wäre demnach, ein Duell zwischen den Spitzenkandidaten zu inszenieren, so dass die Bevölkerung in dieser Frage gespalten und zur Entscheidung selbiger wieder zur Wahl einer der großen Parteien motiviert wird.
Angela Merkels Image war ohnehin angekratzt. Da kam die Entscheidung der SPD für Martin Schulz als Spitzenkandidaten gerade zur rechten Zeit. Die Mainstream-Medien sind sogleich auf diesen Zug aufgesprungen. Sie haben Schulz gefeiert wie einen Pop-Star.
Dann kamen die ernüchternden Wahlrends in den Umfragen. Nun der Verlust in Schleswig-Holstein. Der Schulz-Effekt ist längst zum Schulz-Defekt geworden. Die negativen Nachrichten zu seinem Amtsgebaren als Präsident des EU-Parlaments haben seinen Stern noch weiter sinken lassen.
Wie auch immer man das Wahlergebnis und das Debakel der SPD dort erklären will, es waren nicht nur landespolitische Themen, die eine Rolle spielten. Es ging auch um das Image der SPD. Und das ist farblos geworden.


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