Die Presse hat am Wochenende ausführlich über die Massenproteste im Inselstaat Sri Lanka (Insel Ceylon) südlich von Indien berichtet. Das Land ist in den letzten Jahren immer tiefer in einem Sumpf aus Korruption, Wirtschaftsnot, Armut, Verschuldung und Chaos gerutscht. Am Wochenende ist die Lage vollends eskaliert. Die Bürger Sri Lankas haben den Aufstand erprobt und den Präsidentenpalast gestürmt [siehe Berichte »n-tv«, »Tagesschau«]. Der Präsident ist zurückgetreten und geflohen. Die Armee versucht wieder Ordnungs ins Chaos zu bringen.
Dieser Sturm der Gewalt kommt nicht überraschend. Schon seit Monaten gibt es Tumulte und Proteste im Lande. Neben der Armut plagt die Menschen die ungeheure Verschuldung des Landes. Das Land hat nicht die Kraft, um die Kredite zu bedienen. So hatte es im April die Zahlungsverpflichtungen ausgesetzt.
Neben den chronischen Wirtschaftsproblemen des Landes haben vor allem zwei Probleme die Eskalation hervorgerufen. Zum einen die internationalen Corona-Lockdowns, die zu einem Zusammenbruch des Tourismus geführt haben. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Devisenquellen des Landes.
Doch die Verschuldungen sind der größte Faktor. Und hier ist ein Land besonders hervorzuheben, dass in den letzten Jahren zunehmend Einfluss in Sri Lanke bekommen hat: die Volksrepublik China.
Die Korruption des Präsidenten und seines Clans hat von den Krediten aus dem Ausland profitiert. Doch China war es egal, mit wem es Geschäfte macht. China hat beispielsweise einen modernen großen Hafen in Sri Lanka bauen lassen. Weil der Inselstaat die Kredite hierfür nicht zurückzahlen kann, hat China die Zwangsverpachtung des Hafengeländes durchgesetzt, wie einst die Briten bei Hongkong.
Sri Lanka zeigt, wie ein Land zusammenbricht, wenn es von Autokraten beherrscht wird, die sich über Pump aus dem Ausland finanzieren lassen. Es zeigt auch die Skrupellosigkeit der Kreditgeber, die die finanziellen Schwierigkeiten eines Landes ausnutzen.


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