Immer mehr Politiker verlieren den Glauben an den Fortbestand der jetzigen Regierung. Wie »Focus-Online« unter Berufung auf SPD-Kreise meldet, geht Finanzminister Olaf Scholz mittlerweile von einem Bruch der großen Koalition aus SPD und CDU/CSU vor Ablauf des Jahres aus [siehe auch Bericht »Merkur«]. In einer internen Sitzung soll er gesagt haben, dass die Regierungskoalition Weihnachten wohl nicht mehr erleben werde.
Als stellvertretender Parteivorsitzender hat Scholz wohl auch die Entwicklung der SPD im Auge, die im Schatten der Union und Merkel-Regierung schon seit langem an Popularität einbüßt und kein klares Profil mehr entwickeln kann. Die Partei wird zwischen Union und den Grünen regelrecht aufgerieben. Die Grünen sind zur neuen Frontpartei der linken Bewegungen geworden. Längst ist klar geworden, dass es viele Unionspolitiker gibt, die mit einer vorübergehenden Jamaika-Koalition liebäugeln und nach den Wahlen sich eine Koalition mit den Grünen vorstellen können.
Außerdem bleibt die Frage offen, wie lange Angela Merkel noch als Kanzlerin durchhält, und wie sich die Lage entwickelt, wenn sie in der Regierung wegfällt. Alles ist offen, und die Nerven liegen blank.


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