Internationale Politik schweigt: Es war ja nicht in Syrien

Saudischer Luftschlag im Jemen_ Mindestens 20 Tote bei Bombardierung einer Hochzeit

Bei Luftangriffen des saudischen Militärs im Jemen ist eine Hochzeitsgesellschaft bombardiert worden. Es gab mindestens 20 Tote und viele Verletzte. Eine internationale Empörung blieb bis jetzt aus.

Man stelle sich vor, es wäre ein Luftschlag der syrischen Assad-Luftwaffe in Syrien gewesen: Die USA hätten vermutlich mit Tomahawk-Marschflugkörpern geantwortet.

Doch es war die saudische Luftwaffe im Jemen: Wie unter anderen Al-Jazeera berichtete, haben die Saudis in der jemenitischen Provinz Hajjah eine Hochzeitsgesellschaft bombardiert.

Mindestens 20 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, mehr als 40 seien zum Teil schwer verletzt worden. Darunter seien auch viele Frauen und Kinder.

Dieser Vorfall ist nicht der erste dieser Art. Seit mehreren Jahren fliegen die Saudis und ihre Verbündeten Luftangriffe im Jemen, um Stellungen der schiitischen Houthi-Rebellen zu treffen. Mehrmals wurden Menschenansammlungen unbeteiligter Zivilisten von Bomben getroffen.

Beschwerden seitens der USA oder ihrer westlichen Verbündeten hielten sich bisher in Grenzen, weil Saudi-Arabien ein wichtiger Bündnispartner gegen den Iran ist. Außerdem haben die USA längere Zeit dort selbst Drohnenangriffe zur Terrorismus-Bekämpfung durchgeführt und ebenfalls mehrfach Zivilisten getroffen. Barack Obama hatte im Weißen Haus regelmäßig die »kill list« abgearbeitet, eine Liste, die zu eliminierende Terroristen aufführte, die sich vor allem im Jemen und in Afghanistan aufhielten.

Die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen gelten als Verbündete des Iran, ebenso wie die schiitischen Hizbollah im Libanon und in Syrien.

Sven von Storch

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