Wird China Saudi-Arabiens wichtigster Partner?

Saudi-Arabien beendet Petro-Dollar-System

Nach dem Zweiten Weltkrieg einigten sich die USA und Saudi-Arabien darauf, Erdöl stets in US-Dollar zu handeln. Andere Länder folgten nach. So entstand das Petro-Dollar-System, das dafür sorgte, dass die Nachfrage nach US-Dollar immer hoch blieb. Das könnte nun bald Geschichte sein.

Es war eines der wichtigsten Deals in der jüngeren US-Geschichte. Eingefädelt von der US-Regierung mit dem Saudischen Königshaus, wurde vor mehr als sieben Jahrzehnten das Petro-Dollar-System eingeführt. Das bedeutete, dass Erdöl nahezu ausschließlich in US-Dollar gehandelt werden musste. Dadurch konnte die Stabilität des US-Dollars gesichert werden. Denn egal, wie viel Schulden die USA aufnahmen, die Nachfrage nach dem US-Dollar blieb immer hoch. So konnte eine massive Inflation wegen der Schuldenaufnahme verhindert werden.

Nun hat Saudi-Arabien die Verlängerung des Vertrages aufgekündigt. Das war schon lange vorausgesagt und angekündigt worden. Das saudische Königshaus hat erklärt, dass die Vereinbarungen nicht verlängert werden.

Es gibt hierfür zwei Gründe.

Zum einen will sich Saudi-Arabien von der US-Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten lösen, die von der Mehrheit der islamischen Welt abgelehnt wird.

Zum anderen spielt die Volksrepublik China eine immer größere Rolle im Handel mit Erdöl. Denn während die USA ihr Erdöl hauptsächlich aus Eigenproduktion und aus Ländern wie Venezuela beziehen, ist Ostasien auf das Erdöl aus dem Persischen Golf angewiesen. Daher ist es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis China darauf besteht, eine Art Petro-Yuan anzustreben. Nun wird immer mehr Erdöl in Yuan gehandelt.

Sven von Storch

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