Überwachung in den USA in der Kritik

San Francisco verbannt Kameras mit Gesichtserkennung aus der Stadt

Die Gefahr des Missbrauchs und der totalitären Überwachung sind groß. Daher hat San Francisco die digitale Gesichtserkennung bei Überwachungskameras in der Stadt verboten.

Die Stadt und Region von San Francisco, in unmittelbarer Nähe zum Silicon Valley, will gegen die drohende »totale« Überwachung ein Zeichen setzen. Der Stadtrat hat sich dafür ausgesprochen, Überwachungskameras mit automatischer digitaler Gesichtserkennung zu verbieten [siehe Bericht »New York Times«].

Zwar sei diese Art der Überwachung an empfindlichen Orten für die Sicherheit notwendig, wie beispielsweise an Flughäfen und Grenzübergängen, aber ansonsten sei sie im öffentlichen Raum nicht zielführend, sondern öffne dem Staat und privaten Organisationen den Raum zum Missbrauch. Die Verfolgung Krimineller könne auch anders geschehen. Auch die Verfolgung der Kunden durch Kameras von Privatunternehmen, um deren Konsumverhalten zu studieren, sei ein Angriff auf die Privatsphäre.

San Francisco ist Vorreiter, aber nicht allein. In verschiedenen Städten und Bezirken der USA wird kontrovers über die Grenzen der Überwachung diskutiert, und in einigen dürften bald ähnliche Verbote folgen.

In China sieht die Entwicklung dagegen anders aus. Dort wird auch und gerade im öffentlichen Raum die Überwachung mit Kameras ausgebaut und zunehmend auf digitale Gesichtserkennung gesetzt. Sogar die Polizei wird dort versuchsweise mit Brillen ausgestattet, die mit einer integrierten Minikamera mit Gesichtserkennung ausgestattet sind [siehe Bericht »Freie Welt«].

Sven von Storch

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